Mythen rund ums Sonnenbaden

 Reicht ein T-Shirt als Sonnenschutz? Und  ist man im Schatten sicher? Ein Hautspezialist klärt auf.

In den Salzburger Frei- und Strandbädern ist die Badesaison  voll im Gange. Da wird geplanscht, geschwommen und gesonnt.  Während einige Eltern ihre Kinder auch noch bei Sonnenuntergang  dick eincremen, liegen viele Sonnenhungrige stundenlang ungeschützt in der  Sonne. „Etliche sogar, wenn sie schon einen Sonnenbrand haben“, stellt der Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg  bei seinen Sonnenschutz-Aufklärungstagen in den Bädern immer wieder fest.  Den einen ist es schlicht egal, dass sie Hautkrebs riskieren, andere vergessen, sich zu schützen – oder erliegen populären Irrtümern. Das „Fenster“ hat Johann Bauer, Vorstand der Uniklinik für Dermatologie (SALK) und AVOS-Hautexperte, zu populären Mythen befragt.

Mythos 1: Wer immer einen hohen Lichtschutzfaktor verwendet, bekommt einen Mangel an Vitamin D. „Falsch“, sagt Johann Bauer. Die Vorstufen von Vitamin D werden über die Ernährung zugeführt.   Bei normaler Ernährung  ist ein hoher Lichtschutzfaktor überhaupt kein Problem.

Mythos 2: Aus Rot wird Braun. „Naja“, meint der Mediziner. Ein Sonnenbrand stellt eine Vorstufe des Braunwerdens dar, da danach eine Bräunung eintritt. Die Rötung ist jedoch eine Gefäßerweiterung und Entzündung der Haut und damit sicher nicht gesund.

Mythos 3: Vorgebräunte Haut braucht keinen Sonnenschutz. „Falsch.“ Auch wer schon in der Sonne war, sollte bewusst mit der Sonne umgehen. Hat man schon ein wenig gebräunt, kann man jedenfalls den Lichtschutzfaktor senken, etwa von LSF 50 auf 30.

Mythos 4: Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand. „Falsch.“ Ein gewisses Maß an Sonnenstrahlen kommt auch im Schatten  durch. Nur der Betonschatten stellt eine Ausnahme dar. Oft vergessen wird die Reflexion der Sonne durch Wasser oder Glasflächen in der direkten Umgebung.

Mythos 5: Ein helles T-Shirt reicht als Sonnenschutz. „Falsch“, warnt Johann Bauer. Normale T-Shirts halten meistens nur etwa 50 Prozent der Sonnenstrahlung ab. Es kommt auf die Lichtdurchlässigkeit des Kleidungsstückes an, nicht auf die Farbe. Für Kinder und Menschen mit Erbkrankheiten werden  Kleidungsstücke mit besonders hoher Undurchlässigkeit empfohlen. Diese geht bis zu 95 Prozent und ist bei speziellen Herstellern erhältlich.

Mythos 6: Zur Melanomvorsorge soll nur gehen, wer eine erhöhte Hautkrebsgefahr aufweist. „Falsch.“ Auch bei normaler Empfindlichkeit der Haut sollte man zum niedergelassenen Hautarzt zur Melanomvorsorge gehen. Land Salzburg und Versicherungsträger zahlen eine Untersuchung pro Jahr.

Stimmt tatsächlich: Vorbräunen im Solarium schützt vor Sonnenbrand. „Richtig“, erklärt Johann Bauer. Ist die Haut schon etwas „vorbelastet“, sinkt die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen etwas.  Solarien vergrößern die Sonneneinstrahlung über das Jahr hindurch, was die Haut stärker belastet.
Hausmittel: Bei Sonnenbrand hilft Topfen. „Richtig.“ Johann Bauer rät: „Wenn die Haut rot wird, sofort aus der Sonne gehen und kühlen, damit Juckreiz und Brennen nicht so stark sind.“ Hilfreich sind Topfen, Joghurt und kalte Umschläge.

Von Sabine Tschalyj

Bild: Sophie Göschl wird von Mama Andrea  im „Lepi“ mit Sonnenschutz eingecremt. Bild: AVOS