Ferienspaß dort, wo die Eltern arbeiten

Immer mehr Firmen werden aktiv:  Bosch in Hallein betreut heuer   in den Sommerferien die Kinder der 1100 Mitarbeiter.

Wo Diesel-Einspritzsysteme für Schiffe und Energieanlagen hergestellt werden, am Halleiner Standort der deutschen Bosch-Gruppe, ziehen  im August Kinder ein. Vier Wochen lang bietet der Konzern heuer kostenlos Betreuung für Kinder der  rund 1100 Mitarbeiter/innen. Und prescht damit vor in der schwierigen Frage der Kinderbetreuung während der neunwöchigen Sommerferien. Eben hat das Land die „Feriendatenbank“ online gestellt.

Kinder schnuppern in Firma der Mama

Doch viele Familien stehen vor  Fragezeichen. Alexander Reisinger zählte bis vor drei Wochen dazu. Der  Bosch-Logistiker hatte  ein  Problem: „Die Einrichtung, wo wir unseren Sohn  unterbringen wollten, hat  unerwartet abgesagt.“ Nun wird Tobias (7) im August  mit seinem Vater in die Arbeit fahren und dort betreut. Wie Tobias machen auch die Brüder David (6, oben im Bild) und Niklas (10) Ferien im Bosch-Werk.   „Ich freue mich“, strahlt David. Seine Mutter Hannelore Kramser-Saringer aus der Bosch-Personalabteilung findet es schön, „dass die Kinder in der Firma ihrer Mama schnuppern dürfen.“
Betriebsgeheimnis ist derzeit noch, was die etwa 30 Kinder erwartet. Jedenfalls stellt das Unternehmen zwei große Sitzungsräume zur Verfügung und engagiert die Kinderfreunde, die mit  Spielgeräten anrücken. Die Truppe spielt, malt und  geht  an die Königsseeache, wenn das Wetter mitspielt. Essen dürfen die Kleinen bei den Großen, in der Werkskantine. „Sie bekommen  Kantinenjause und  Mittagsmenü dort, wo  sonst unsere Kunden essen“, sagt der kaufmännische Werksleiter Uwe Zeise. Warum tut sich Bosch so ein Projekt  an? Immerhin sind viele Fragen zu klären, Ansprechpartner zu suchen und es werden  bis zu 20.000 Euro Kosten anfallen.

Was Bosch davon hat

Uwe Zeise antwortet schnell: Man starte diesen „Versuchsballon“, um als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Fachkräftemangel sei eine Realität, auch Bosch habe ständig mindestens 20 vakante  Stellen. Mache  ein Arbeitgeber gesundheitliche und soziale Angebote, so Zeise, sei die Belegschaft motivierter, loyaler und „man bekommt schnell die richtigen Leute“. Dieser Mehrwert wird heimischen Betrieben langsam bewusst.

Von Sabine Tschalyj

(Bild oben: Amelie, Luis, Lukas und David (v. re.) sind gespannt, was sie im August im Bosch-Werk  unternehmen. Zum Fototermin durften sie in die Produktionshalle (Bild), als die Mitarbeiter gerade Pause machten.
Foto:: Tschalyj )

Infos

Wirtschaftskammer und Land stellen  am 24. Mai um 17 Uhr  in der WKS (Plenarsaal) Modelle, Ansprechpartner und Förderungen für betriebliche Kinderbetreuung vor (Tel. 0662-8888-314).

„Feriendatenbank 2018“ und Info-Einrichtung „Forum Familie“ : Auf www.salzburg.gv.at.