Das hätte sich Haslauer ersparen können

Darf Haslauer nach deren Wahlschlappe nochmal mit den Grünen? Die Diskussion ist kontrovers – und hätte vom Landeshauptmann schon früh entschärft werden können.

Die Entscheidung von Wilfried Haslauer, mit den Neos und den von den Wählern abgestraften Grünen eine neue Regierung bilden zu wollen, sorgt für kontroverse Debatten.  Die Kritik ist zum Teil wohl befeuert von der FPÖ, die  beleidigt ist, weil sie nicht zum Zug kommt. Dass in manchen Facebook-Postings gar dumpfer Hass durchschlägt, entlarvt sich selbst. Trotzdem muss man sehen, dass es  ÖVP-Wähler gibt, für die die Grünen  ein rotes Tuch (geworden) sind – und die sich von Haslauers Entscheidung vor den Kopf gestoßen fühlen, weil sie aus dem Ergebnis so gar keinen  Wählerauftrag für weiteres grünes Mitregieren ableiten  können. Ein Argument, dem sich Haslauer nun stellen muss. Ein Argument, das  er schon vor der Wahl  deutlich entschärfen hätte können.

Politischen Beobachtern war  nämlich relativ klar, dass Haslauer weiter mit den Grünen regieren will. Der FPÖ traut er (noch) nicht, und von der SPÖ hat er seit dem Finanzskandal genug.  Wie richtig diese Einschätzung war, zeigt sich nun deutlich. Selbst starke grüne Verluste schrecken Haslauer nicht von dem Weg  ab.

Womit sich die Frage stellt,  warum Haslauer diese, seine Koalitionspräferenz nicht vor der Wahl kundtat. Es wäre ein Zeichen von Stärke gewesen. Und er hätte den  Salzburgerinnen und Salzburgern Klarheit (über seine Präferenzen) verschafft.  Doch Haslauer ließ – in guter österreichischer Tradition – alles offen. Auch weil er vermutlich nicht riskieren wollte,    Stimmen zu verlieren.

Jetzt ist er mit einer Diskussion konfrontiert, die in dieser Schärfe vermeidbar gewesen wäre. Was wieder einmal zeigt: Klare Ansagen gegenüber der Wählerschaft zahlen sich letztlich immer aus.