Bio und regional: Denn das Gute liegt so nah …

Bio und regional – zwei starke Argumente, die mehr und mehr ankommen.

Der Trend zu qualitativ hochwertigen Lebensmitteln hält an. „Die Bioflächen in Salzburg sind im Vorjahr um fünf Prozent gewachsen“, sagt Peter Hecht vom Verein „Bio Austria“ in Salzburg, „Wir halten derzeit bei 56,9 Prozent der gesamten Anbaufläche und sind damit im Bundesländervergleich wie auch in der EU eindeutig Spitzenreiter.“ Auch der Absatz ist gestiegen: „8,5 Prozent der Produkte, die 2017 über den Ladentisch gingen, waren in Bioqualität, das sind rund acht Prozent mehr als im Jahr davor.“

Was aber steckt hinter dieser Entwicklung? Warum kaufen Menschen bewusst Lebensmittel, die hochwertig sind und aus der Gegend stammen? Laut Bio Austria sind es verschiedene Gründe. Zum einen liegt es daran, dass Bio-Produkte einfach mehr Vitalstoffe haben und damit gesünder sind.

Sie werden im Land angebaut und geerntet, wenn sie reif sind. Dazu lassen sich die Konsumenten zunehmend von ökologischen und sozialen Argumenten leiten. Kurze Transportwege bedeuten weniger CO2-Belastung für die Umwelt, heimische Arbeitsplätze werden gesichert, das Wir-Gefühl einer Region gestärkt.

Wie erkennt man Bioqualität und wie kann man sich darauf verlassen, dass der Begriff kein Etikettenschwindel ist? „Dafür gibt es ein strenges Kontrollsystem“, so Hecht. „Der gesamte Warenfluss wird genauestens kontrolliert, die einzelnen Betriebe werden mindestens einmal im Jahr von autorisierten Kontrollstellen überprüft.“ Sind alle Kriterien erfüllt, gibt es das Bio-Kontrollzeichen, das jeweils für ein Jahr gültig ist.

Aktion Laufener Landweizen

Auch die Rückbesinnung auf alte Pflanzen- und Getreidesorten ist Teil des Biotrends. Die Biobäcker aus Salzburg kultivieren seit kurzem den Laufener Landweizen, der 2017 erstmals in größerem Umfang geerntet werden konnte. Für kurze Zeit ist das so erzeugte Brot und Gebäck nun bei Ederbrot (Faistenau), Necker (Strobl) und Obauer (St. Gilgen) erhältlich. Die Besonderheiten: Der Geschmack ist angenehm nussig, das Gebäck bleibt lange frisch und saftig. Im Vergleich zu modernen Sorten, die auf Kosten des hohen Ertrags wertvolle Inhaltstoffe verloren haben, ist der Landweizen außerdem reicher an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Gesund und geschmackvoll

Die Dorfkäserei Pötzelsberger in Adnet etwa schafft es mit den Argumenten „Bio und Regional“ sogar gegenüber der Industrie zu bestehen. „Unsere Kunden merken einfach, dass der Käse aus Heumilch besser und gesünder ist“, sagt Anna Maria Pötzelsberger, „und nehmen dafür auch lange Anfahrtswege in Kauf.“ Hier im Familienbetrieb wird der Käse von Hand und mit menschlichem Gespür hergestellt, Zusatzstoffe braucht es dafür keine.

Von Michaela Pircher