Wo kommt denn mein Gemüse her?

Eine neue Plattform stellt Salzburger Bauern, Wochenmärkte und Rezepte vor.

Viel bücken, schwer heben und das bei jedem Wetter. So kann man Rosi Klingers tägliche Arbeit beschreiben. „Man muss es schon mögen“, sagt die Bio-Gemüsebäuerin aus Anthering.  Und allem Zeit geben.  Als sie und ihr Mann den Hof, der seit 1951 von Klingers Familie geführt wird, 1989 von Milch auf Biogemüse umstellten, wussten sie nicht, ob sie auf dem richtigen Weg waren.

Von der Vision zum kleinen Bio-Reich

Rosi Klinger war ihrem Gefühl gefolgt: „Bevor ich verheiratet war, habe ich Gärtnerin gelernt und die Vision von einem eigenen Gemüsegarten gehabt.“ Der „Garten“ hat sich langsam zu einem kleinen Bio-Reich entwickelt und hat heute viele zufriedene Stammkunden. Wer wissen will, wie die Klingers Gemüse anbauen, kann immer Freitagvormittag am Kajetanerplatz in Salzburg und Samstagvormittag am Hof in Anthering (Berg 5) nachfragen. Rosi Klinger verkauft dort ihr Gemüse und liefert auf Nachfrage die Geschichten, die hinter Zu-cchini und Co. stehen. So erfährt man im persönlichen Gespräch, warum die Gemüseäcker der Klingers „im Kreis gehen“.

Felder gehen „im Kreis“

Jahr für Jahr werden die Gemüseäcker  mit wechselnden Gemüsesorten bestellt. Zwischendurch wandelt man die Gemüseäcker in Grünland. „Das tut dem Boden gut und damit dem Gemüse“, erklärt Klinger. Weil sie selber keine Kühe mehr halten, liefert ein Nachbarbauer Kuhmist als Dünger. Klinger: „Sobald im Herbst abgeerntet ist, düngen wir einmal damit.“ Der Nachbarbauer darf im Gegenzug für die Düngerlieferung  das Gras und Kleegras für seine Kühe mähen.  Währenddessen spielt man sich am Klingerhof mit alten Gemüsesorten. Sie stammen aus Beständen des Saatguterhalters Arche Noah und bieten eine bunte Vielfalt.

Schätze aus der Alte-Sorten-Kiste

Schätze, die Klinger aus der Schatzkiste der alten Sorten hebt, sind unter anderem bis zu 15 Tomatensorten und besondere Spitzpaprika, die intensiver als andere und süß schmecken. Die Kürbisse sind keine hochgezüchteten Sorten. In diesem Sommer sind sie besonders gut gediehen.  Jedes Jahr probiert die Biobäuerin neue alte Sorten und schaut, was den Kunden schmeckt.  Diese haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber Kunden im Supermarkt.  Das Gemüse und die Kräuter sind ganz frisch geerntet, kommen vom Acker an den Gemüsestand. Und, zwinkert Klinger, man kaufe auf ihrem Hof „am schönsten Punkt im Flachgau“ – mit Blick aufs Dorf, die Berge und die Stadt.

Plattform liefert Infos und Rezepte

Geschichten von Salzburger Bauern wie Rosi Klinger findet man seit kurzem auf http://www.salzburgschmeckt.at Das Salzburger Agrarmarketing will den Salzburgern näherbringen, wo Lebensmittel herkommen, wie die Bauern produzieren und wo man deren Gemüse, Obst, Fleisch- und Milchprodukte kaufen kann. Praktisch: Wie sich Saisonobst und Gemüse schmackhaft zubereiten lässt, erfährt man auch auf der Homepage. Kostenlos geht es da etwa zu Zwetschkenknödeln  wie aus Omas Küche.

Von Sabine Tschalyj