Der SF-Ombudsmann hilft Lehrlingen

Wohnbeihilfe ist in WGs schwer zu bekommen: Wolfgang Saliger fordert eine Gesetzesänderung.

Auf den Fenster-Bericht „Lehrling kämpft um Wohnbeihilfe“ haben sich weitere Betroffene bei Wolfgang Saliger gemeldet. Der Fenster-Ombudsmann macht nun Druck auf die Landespolitik und hat im ÖVP-Klub deponiert: Es braucht eine Gesetzesänderung, die es WG-Bewohnern leichter ermöglicht, Wohnbeihilfe zu bekommen. Das geht aufgrund der derzeit gültigen Gesetzeslage oft nicht, weil die Einkommen der Bewohner zusammengerechnet werden. „Da wird dann schnell die Einkommens-Obergrenze überschritten, und alle in der WG fallen um die Beihilfe um. Auch die, die sehr wenig Geld verdienen. Dabei kriegen die ja von den anderen WG-Bewohnern keine finanzielle Zuwendung“, schildert Saliger dem SF die Krux. Jetzt müssten endlich Lösungen her, auch angesichts der horrend gestiegenen Wohnpreise in Salzburg, appelliert der ehemalige Landtagspolitiker an die Landespolitik.

Einer von Saligers aktuellen Wohnbeihilfe-Fällen zeigt, wie kompliziert sich Behördenverfahren oft für Bürger gestalten. Ihre Tochter sei 2016 zu Unrecht um mehrere Monate Wohnbeihilfe umgefallen, kritisiert Sabine K. aus dem Flachgau. Die damals 19-Jährige hatte mit der zweiten Tochter von Frau K. (damals 17) eine Wohngemeinschaft gegründet. Da beide nur ein Lehrentgelt bezogen, suchten sie um Wohnbeihilfe zu den 740 Euro hohen Mietkosten an. Doch daraus wurde ein halbes Jahr lang nichts. Für Frau K. ist das völlig unverständlich. „Von der Gemeinde als Vermieter wie auch beim Land wurde meiner Tochter gesagt, sie hätte Anspruch auf Beihilfe“, so die Flachgauerin. Doch habe das Land erst drei Monate gar nicht auf den Wohnbeihilfeantrag reagiert, dann sei dieser im Amt „nicht auffindbar“ gewesen und dann unter einem falschen Namen plötzlich aufgetaucht. Auch dass der Mietvertrag ungültig sei, habe das Land mitgeteilt. „Obwohl es ein vergebührter Mietvertrag mit der Wohngemeinde ist“, schildert Sabine K.

Mutter: „So geht es nicht“

In einer ersten Reaktion weist man in der Wohnbauförderungsabteilung die Vorwürfe zurück. Man habe erst ab 1. Jänner 2017 Beihilfe gewährt, weil die jüngere Tochter erst im Dezember 2016 volljährig geworden sei. Die Volljährigkeit sei Voraussetzung, um Beihilfe beantragen zu können. Warum der älteren Tochter nicht für sie allein Wohnbeihilfe zugesprochen wurde und was mit ihrem ursprünglichen Antrag geschah, ist derzeit noch offen. „So geht es doch nicht“, meint Sabine K. Wolfgang Saliger will die Sache noch nicht auf sich beruhen lassen.

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Sabine Tschalyj