So haben alle Kids eine Chance

Super Superar! Der Verein Superar fördert Volksschulklassen mit Chorsingen. Seit Herbst 2014 ist er auch in Salzburg aktiv, zwei Volksschulen sind bereits an Bord.

Volksschulen stehen heute vor großen Herausforderungen. Sie werden an Nationalitäten immer bunter, auch das soziale Gefälle reicht bis in die Klassen.  Hier setzt der europaweit tätige Verein Superar an: Singen im Chorverband erleichtert die Integration und gibt Kindern aus sozial schwachen Familien Perspektiven, so seine Erfahrung. Vorbild ist das venezolanische Musikprojekt El Sistema, das Kinder aus den Slums mit Musikunterricht fördert. Dass dies greift, zeigt sein prominentestes Beispiel: Gustavo Dudamel, der heuer das Wiener Neujahrskonzert dirigierte, ging aus El Sistema hervor. Und 2013 lud Alexander Pereira El-Sistema-Jugendorchester zu den Salzburger Festspielen ein.

Vorbild ist El Sistema: VS in Maxglan und Lehen dabei

Seit Herbst 2014 ist Superar in Salzburg aktiv, zwei Volksschulen sind bereits an Bord: Lehen II und Maxglan II. Sie  stellen heuer  in allen Jahrgängen Klassen mit Superar-Chorsingen. Vier Unterrichtsstunden pro Woche sind dafür reserviert.

Manche Eltern seien anfangs skeptisch, weiß Valerie Mackinger, die Superar in Salzburg koordiniert. Vier Stunden Chorsingen bedeuten vier  Stunden weniger Regelunterricht. Doch: „Wir wissen aus Rückmeldungen von Lehrern, dass diese Schüler definitiv besser sind als jene  ohne Chorgesang“, sagt Mackinger.   Die Kinder lernen durch das Singen nämlich auch  schneller auswendig und besser Deutsch. Auch werden sie in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und lernen, sich im Team zu bewähren.

Die Salzburger Superar-Chorleiter sind Pädagogen und selbst künstlerisch aktiv (von rechts): Diana Plasse, Elisabeth Muhr und Tobias Kremshuber. Ganz links: Koordinatorin Valerie Mackinger. Bild: Suchanek

Dass die Superar-Devise – miteinander schaffen, voneinander lernen, aufeinander zugehen –  wirkt, bestätigt Elisabeth Muhr. Sie ist Musiklehrerin am Musischen Gymnasium und leitet die Superar-Chöre in der Volksschule Lehen II. Superar sei für sie eine Herzenssache, sagt Muhr:  „Je jünger die Kinder, desto
mehr kann Förderung bewirken.“

Was denn die größte Herausforderung sei? Dass „alle Kinder einer Klasse mitsingen müssen, ob sie wollen oder nicht“, sagen Diana Plasse und  Tobias Kremshuber, die Superar-Chorleiter  in Maxglan II. Und oft auch die mangelnden Deutschkenntnisse: Da müsse man „schnell in die Musik gehen und  nicht viel reden“. Dass verhaltensauffällige Kinder und jene mit Sonderschulstatus beim Chorgesang oft über sich selbst hinauswachsen, freut Plasse besonders: „Ein  Bub zeigte mir bei einem Konzert einmal beide Daumen hoch, weil er wusste, dass er gut war.“ Spätestens bei den Auftritten verliere sich dann auch die Skepsis der Eltern, „die sind dann nur noch stolz auf ihre Kinder“.

Superar ist in vier Bundesländern in Österreich aktiv. In Wien  gibt es Instrumentalunterricht,  in Salzburg ist das Angebot aufs Singen beschränkt. Für beides reiche das Geld nicht, sagt Mackinger.  Denn in Wien sind die Superar-Lehrer über den  Stadtschulrat angestellt, in Salzburg stellt der Verein, der sich durch Spenden finanziert, die Chorleiter  den Schulen zur Verfügung.

Kommende Veranstaltungen:

„Kinders“, Benefiz-Filmvorführung, Das Kino, 21. 1., 11 Uhr
Superar-Jahreskonzert,  23. 2., Stiftung Mozarteum,
Info: http://salzburg.superar.eu

Von Petra Suchanek