Süße Versuchung für Zuhause

Nach einer erholsamen Woche im Hotel – was bringt man den Lieben daheim mit? Der Tochter, die die Katze fütterte? Den Nachbarn, die den Mülleimer herausstellten und den Briefkasten leerten? Was der Tante, die einen Zuschuss gab zur Reise? Als Antwort darauf schufen gute Hotels ein attraktives Souvenirsortiment.

Dort gibt’s kein Plastikglumpert aus Taiwan, selbst wenn der Hotelname groß drauf prangt. Das ist mega-out. Selbst nützliche Dinge kamen aus der Mode, sie geraten in Gefahr, zum Staubfänger zu werden. Die Renner sind Glasl mit Aufstrich aus der Hotelküche oder Fonds oder Kekse oder hausgeräucherter Speck, selbst Wein vom Hauswinzer – Hauptsache, das Mitbringsel schmeckt. Und der Hotelgast selber: Wieso sollte man sich nicht etwas Genussverlängerndes mitnehmen?

Und damit sind wir in Elixhausen. Das dortige Hotel Gmachl beherrscht das Ortszentrum und auch die Kunst, den Gästen kulinarische Erinnerungen anzubieten. Das liegt an der Schwester der Chefin, Tante Christl. Sie ist die Marmeladen-Fee der Familie – und seit 2010 hat sie ihr Hobby professionalisiert: 6000 Gläser Jahresproduktion in 68 Sorten. Diese Vielfalt bekommt nur zusammen, wer zu den Standardfrüchten hinzu auch Exotik einkocht und vor allem kombiniert. In der Gmachl-Metzgerei, vis-à-vis vom Hotel, füllen ihre Produkte ein ganzes Regal. Da gibt es das Modell Sommerbeeren. Es machte uns Spaß, herauszuschmecken, was genau drinsteckt: Himbeeren für die Süße, Ribisln für die Säure und Schwarzbeeren für die Tiefe. Eine gelungene Komposition. Während das Ribisl-Gelee den Frühstückern zu wenig fruchtig vorkam und als ideal fürs Kekserlbacken galt, Abteilung Linzer Augen. Auch das Quitten-Gelee zeigte viel Süße, darunter das herbe Quitten-Aroma. Erdbeer-Orange wiederum: Da hob die Südfrucht erfolgreich den Beeren-Ton. Und von der Chilischote im Himbeer-Glas muss man sich nicht schrecken lassen, die verstärkt nur die Tiefe. Uns kam vor: Die exotischen Versuche gelangen besser als die gewohnten Sorten.

Nun gibt es eine Frucht, die eingekocht Österreich auch international zu Ansehen verhilft: die Marille. Die Wachauer Sorten zeigen prächtige Süße und Säure – und wer sie am Punkt höchster Reife ins Glas bringt, hat wirklich eine bemerkenswerte Marmelade geschaffen. So schickten wir Tante Christls Marille in den Blindtest mit den Produkten anderer Hotels: Brandstätter in Salzburg, Obauer in Werfen und Döllerer in Golling.

Die Marmeladen-Fee im Hause Gmachl.

Die Marmeladen-Fee im Hause Gmachl.

Das ist pfiffig, was Tante Christl da macht

Und aus Spaß schummelte der Vorkoster noch ein Glas darunter, das die Vorkosterin in einem exzellenten Marillen-Jahr einkochte. Alle fünf erwiesen sich als wirklich wohlschmeckend. Das Ergebnis des Frühstücksvergleichs: Gewinner war das Modell Brandstätter, die Gmachl-Version landete gleichauf mit Obauer, aber klar vor Döllerer – nicht aber vor der Hausgemachten der Vorkosterin. Die freute sich, als der Blindtest endete und die List des Vorkosters aufflog. Es kommt halt stark auf die Qualität der Früchte an.
Tante Christl verhilft dem Hotel ihrer Schwester zum Heimbringsel, das es nur dort gibt. So verlängert sich die Erholung für eine kleine süße Weile.

Gmachl
Dorfstraße 14, 5161 Elixhausen
Tel 0662/480212