Einsame Almen im Spätherbst

Eine Wanderung an der Südseite des Lattengebirges.

Die Freude über den ersten Schnee und die ersten Skitouren währte nicht lange: Die Föhnwetterlage hat die Wandersaison weit in den November hinein verlängert. Was denken sich eigentlich jene, die den Klimawandel als Hirngespinst oder Indoktrination abtun? Unsere Rundtour auf der Südseite des Lattengebirges führt jedenfalls hinauf bis in mittlere Höhen. Sie folgt in weiten Teilen dem Almerlebnisweg. Hier werden dem Wanderer ganz nebenbei auf Schautafeln Informationen über Almwirtschaft, Flora und Fauna serviert.

Ausgangspunkt:

Parkplatz an der Deutschen Alpenstraße beim Taubensee (890 m). Zufahrt über das Kleine Deutsche Eck Richtung Ramsau oder direkt über Berchtesgaden/Ramsau.

Route:

Direkt vom Parkplatz (Wegweiser) folgt man der Almzufahrt hinauf zur Mordaualm (1194 m, in der Almzeit bewirtschaftet). Hier (Wegweiser) zweigt ein mäßig ansteigender Weg nach links (Südwest) ab, der in einer langen Querung durch den Wald hinauf zur Karschneid (1530 m) führt. Nach kurzer Rast geht es nun schon wieder bergab, an der Lattenbergalm vorbei die Almstraße querend zur Moosenalm (1405 m, in der Almzeit bewirtschaftet).

Herbstliche Sonnenstunden auf der Moosenalm.

Herbstliche Sonnenstunden auf der Moosenalm.

Ein kurzes Stück folgt die Wanderung nun der Almstraße nach Süden, ehe bei einer Doline (Wegweiser) der alte Almweg nach Westen führt. Diesem kunstvoll in die Felsen gelegten Steig folgt man, bis bald nach der zweiten Kehre ein mit einem großen Steinmann bezeichneter Weg nach Süden abzweigt. Dieser mündet in eine Forststraße und man gelangt so direkt auf die Alpenstraße. Parallel zur Straße geht es nun auf der anderen Straßenseite auf einem breiten Wanderweg am Taubensee vorbei zurück nach Osten zum Parkplatz.

Das Wachterl an der Schwarzbachwacht ist ein empfehlenswertes Gasthaus.

Das Wachterl an der Schwarzbachwacht ist ein empfehlenswertes Gasthaus.

Variante:

Von der Karschneid kann man auch den Karspitz (1641 m) besteigen. Im Unterschied zum einfachen Almerlebnisweg verlangt der nicht markierte Steig sogar etwas Klettergeschick (I). Der Anstieg folgt immer ziemlich exakt der schmalen Schneide und endet bei einem schönen Gipfelkreuz samt gemütlichem Rastbankerl. Der Abstecher auf den Karspitz verlängert die Tour um eine schwache Stunde.

Die schmale Schneide hinauf zum Karspitz.

Die schmale Schneide hinauf zum Karspitz.

Hier können Sie die Route als PDF downloaden.

WissenswertesGipfelbuch_Thomas Neuhold

Anforderung: Einfache Bergwanderung, 700 Höhenmeter im Anstieg, Gesamtrunde 4 Stunden. Der Karspitz (Variante) verlangt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit; bei Nässe gefährlich.

Ausrüstung: Wanderausrüstung. Bei Schneelage Stöcke und Gamaschen zu empfehlen. Karte: AV-Karte Nr. BY 20, „Lattengebirge – Reiteralm“, 1:25.000.

Literatur: Mark Zahel, „Wilde Wege – Bayerische Alpen“, Verlag Rother, München 2013.

Einkehr: Gasthaus Wachterl direkt an der Alpenstraße