Taten statt Worte: Sein Mut tut einem Kind so gut

So genannte „Mutmacher“ begleiten Kinder aus nicht ganz einfachen Verhältnissen. Mario Ebner (32) ist einer von ihnen. Sein Schützling Maxi sagt: „Früher war ich viel allein. Heute habe im Mario. Ich mag ihn ganz einfach.“

„Wenn man selbst das Glück hat, aus einer intakten Familie zu kommen, kann man schon jemand anderen dabei unterstützen, stärker zu werden. Am Ende des Tages ist das die nächste Generation.“ Diese Einstellung hat den 32-jährigen Mario Ebner dazu bewogen, am „Mutmacher“-Programm der Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) teilzunehmen.

Dabei geht es darum, als freiwilliger Mentor Zeit mit Kindern zu verbringen, die nicht immer aus ganz einfachen Verhältnissen stammen.

Über das Projekt hat Ebner – einer der jüngsten Mentoren – vor fünf Jahren den heute zehnjährigen Maxi aus Niederalm kennengelernt. Nach einem ersten Interessenabgleich stand fest: Die Chemie stimmt. Seither treffen sich die beiden einmal die Woche für zwei, drei Stunden.

Mario hat ihm den Almkanal gezeigt oder auch, wie Kebab schmeckt

„Wir gehen ins Fußballstadion, ins Kino, zum Winterfest oder zu Krampusläufen“, erzählt Maxi. „Mario zeigt mir Sachen, die ich noch nicht kenne.“ Was denn zum Beispiel? Den Almkanal oder wie Kebab schmeckt. Manchmal gibt es praktische Tipps: dass man um 50 Prozent reduzierte Lebensmittel nicht gleich in den Müll kübeln braucht.

Schwimmen und Radfahren hat Maxi mit Mario gelernt. Der Bub lebt allein mit seiner Mutter, die Schwester ist ausgezogen. „Früher war ich immer allein und traurig darüber, heute habe ich  Mario“, sagt Maxi. Manchmal gehen die beiden nur spazieren und führen „Männergespräche“. Die Schule streifen sie nur am Rand: „Beim Autofahren üben wir das Rechnen.“

„Man lernt von einem Kind viel, wenn man achtsam ist.“

Mario Ebner, im Außendienst tätig, bekommt umgekehrt auch viel zurück. Nicht nur, dass der Bub ihm beim Umbau seiner Wohnung geholfen hat, „man lernt mit einem kindlichen Weggefährten ganz andere Ansichten kennen, wenn man achtsam ist“.

Sein Engagement als „Mutmacher“ kann er weiterempfehlen. Ende November startet die Kija einen neuen Kurs  – ein paar Plätze sind noch frei. Geduld, Empathie und eine gewisse Ernsthaftigkeit sieht Ebner als gute Voraussetzungen. „Man muss sich schon bewusst sein, dass einen dieses Projekt ein paar Jahre lang begleiten wird. Und dass die Verantwortung nicht so gering ist. Denn irgendwann spielt man ja auch eine gewisse Rolle im Leben eines jungen Menschen.“

Und was sagt Maxi über seinen Mentor? Da muss er ein bisschen nachdenken. „Er ist nett … lustig …  höflich … und versteht alles. Ich mag ihn einfach.“ Ein schöneres Kompliment kann ein Mutmacher wohl nicht bekommen.

von Sigrid Scharf