Totale Ruhe am rasierten Berg

Spätherbstwanderung auf die Gurlspitze.

Die Gurlspitze ist mit einer Höhe von 1158 Metern quasi die kleine Schwester des Stadt-Salzburger Gaisbergs. Im Unterschied zum Gaisberg wurde sie nie erschlossen, entsprechend ruhig ist es hier heroben. Vor allem in den Spätherbsttagen, wenn schon ein wenig Schnee liegt, ist die Gurlspitze ein lohnendes Ziel für Einsamkeitsliebhaber. Der einfache Wanderberg hat in den vergangenen Jahren übrigens sein Gesicht deutlich verändert: Dort, wo früher dichter Wald stand, findet sich heute eine riesige kahle Stelle. Es waren die Stürme „Kyrill“ (2007) und „Paula“ (2008), die der Gurlspitze diese Glatze rasiert hatten.

Ausgangspunkt

Schwarzenbergkapelle (Wegweiser, 650 m) an der Straße über die Schwaitl. Zufahrt von Elsbethen oder von der Wiestalstraße.

Die Schwarzenbergkapelle ist Ausgangspunkt der Wanderung auf die Gurl.

Die Schwarzenbergkapelle ist Ausgangspunkt der Wanderung auf die Gurl.

Route

Vom kleinen Parkplatz hinter der frei stehenden Baumgruppe auf der abgeschrankten Forststraße nach Nordosten in die Pechauer Scharte (760 m) und auf der Straße in spitzem Winkel weiter nach Südwesten sanft ansteigend, bis diese einen scharfen Knick nach Norden macht. Hier beginnt ein nicht markierter, aber mit Steinmandln mehr als ausreichend bezeichneter Steig, der über den Südwestrücken direkt auf den Gipfel führt. Der Abstieg beginnt knapp unter dem Gipfel entlang eines Ziehwegs nach Nordwesten. Dieser trifft auf eine Forststraße, der man ganz konsequent folgt. So umrundet man die Nordostseite des ganzen Berges, bis man letztlich wieder in der Pechauer Scharte ankommt.

Blick über die Wiesen von Hinterwinkl zum Untersberg im Spätherbst.

Blick über die Wiesen von Hinterwinkl zum Untersberg im Spätherbst.

Variante 1

In die Pechauer Scharte kann man auch von Ebenau herauf ansteigen.

Variante 2

Man kann auch von Oberwinkel (Abzweigung beim Haus Nr. 21) starten und unter der Stromleitung durch auf eine Forststraße wandern. Auf dieser geht es dann nach Süden bis zu jenem spitzen Knick, wo der Steig auf den Südwestrücken abzweigt. Abstieg wie oben, bis man bei einer Wegkreuzung (scharfe Rechtskurve, Steinmann, 900 m) auf einen Waldsteig trifft, der nach Nordwesten zur Anstiegsstraße leitet (siehe Literaturtipp).

"First Aid" direkt am Gipfel der Gurlspitze.

„First Aid“ direkt am Gipfel der Gurlspitze.

WissenswertesGipfelbuch_Thomas Neuhold

Anforderung: Einfache Bergwanderung, 500 Höhenmeter im Anstieg, für die Gesamtrunde sollte man drei Stunden veranschlagen.

Ausrüstung: Wanderausrüstung ist notwendig. Bei Schneelage sind auch Stöcke und Gamaschen sehr zu empfehlen.

Karte: Kompass Nr. 17 „Salzburger Seengebiet“, 1:50.000.

Literatur: Thomas Neuhold, „85 neue Tagesrundtouren“, Verlag Pustet, Salzburg 2016.

Einkehr: Beim Gasthof Ramsau an der Straße über die Schwaitl.

Text & Fotos: Thomas Neuhold