Er hat online seinen Tesla gekauft

Wird Ihnen bei dieser Vorstellung schummrig? Kürzlich ist das SF Tesla gefahren. Richard Absenger, Hotelier im Kaiserhof Anif, verleiht die mit Strom betriebenen Luxusautos. An der E-Tankstelle vor dem Haus traf man zufällig auf Michael Lauer. Und dieser Mann hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen.

Wenn der mit seinem Tesla Model X vorfährt, laufen die Leute zusammen. Mit seinen Flügeltüren  macht das 420 PS starke E-Fahrzeug ein ziemliches Wetter, wie man so sagt. „Diese Aufmerksamkeit ist mir  schon ein bisschen lästig“, sagt Lauer über seine zweifelhafte Berühmtheit seit vier Wochen. So lang fährt er das Auto, erst Ende August ist es in Kalifornien vom Fließband gerollt.

Der Interview-Anfrage des „Fensters“ gab er  trotzdem statt – weil das Thema noch viel an Aufklärung benötige. Sein Tesla X ist eines der jüngsten  Modelle und mit einem Kaufpreis von 136.000 Euro wohl eines der teuersten E-Autos am Markt. Was manche wohl verrückt finden: Lauer hat es online gekauft, ohne auch nur ein Mal Probe gefahren zu sein.

„Ich war nie ein Autonarr, aber jetzt bin ich ein E-Freak.“

Bereut hat er es trotzdem nicht: „Ich war nie ein Autonarr, aber jetzt bin ich ein E-Freak.“ Nach einem Update öffnen sich die Flügeltüren schneller Begeistert erzählt er von der vielen Technologie: Der Tesla enthalte bereits eine SIM-Karte mit inkludiertem Zugang zu Internetradio und Spotify. Knöpfe gebe es nur mehr für die Warnblinkanlage und das Handschuhfach. Alles andere laufe über Touchscreen. Von Zeit zu Zeit führt der Hersteller nach Anfrage beim Besitzer Updates durch. „Seit dem letzten gehen die Flügeltüren um zwei Sekunden schneller auf“, zeigt sich der in Bad Vigaun lebende Mann immer wieder überrascht von seinem neuen Wegbegleiter.

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„Du kriegst also  das Auto neu aufgestellt, ohne dass du zahlst oder  es sich von außen verändert.“ Den Service muss er entweder in Linz machen oder es kommt ein sogenannter Ranger zu ihm nach Hause.  Acht Jahre lang gibt es Garantie auf Akku und Antrieb.

Das Auftanken ist im Kaufpreis inkludiert. „Auf meiner Route nach Nürnberg stehen vier Supercharger zur Wahl.  Alle listet das Navi auf. Binnen 30 Minuten ist der Tank voll.“

Und finanziell? Amortisiert sich der immense Anschaffungspreis? Lauer sagt Ja, wobei man berücksichtigen muss: Er hat spezielle Voraussetzungen. Als Geschäftsmann spule er jährlich 50.000 Kilometer ab – und erspare sich so  in den nächsten fünf Jahren  gegenüber dem Vorgänger mit Verbrennungsmotor 60.000 Euro.

von Sigrid Scharf