Grünes Event: HTL polt ihren Maturaball um

Der Event wird grün: Mehrweg- statt Plastikbecher, Anreise per Öffis, Strom von der Sonne.

Berge von Müll, ein komplett verpickter Boden, zertretene Plastikbecher – nach Bällen und Festivals erkennt man oft die Location nicht wieder. Diese Erfahrung haben zumindest Sarah Fellner und Max Zschock gemacht. Die beiden besuchen fünfte Klassen der HTL Itzling und zählen zum sechsköpfigen Ballkomitee.


„So wollten wir nicht, dass es nach unserem Maturaball ausschaut“, sagt Max.  Deshalb, und weil es einfach „ein Gebot der Stunde ist, etwas für die Umwelt zu tun“ (Sarah), gehen die jungen Leute heuer einen anderen Weg. Sie veranstalten in Kürze Österreichs ersten Schülerball in Grün.

Soll heißen: Bei dem Event im Messezentrum werden jede Menge ökologischer Kriterien berücksichtigt. Das fängt beim schonenden Umgang mit Energie und Wasser an und hört bei der Verpflegung mit  saisonalem und biologisch produziertem Essen auf. Der Salzburger Caterer „Gourmet-Haus“ muss regional denken. „Da kann eben das Steak dann nicht aus Argentinien und der Fisch nicht aus dem Amazonas kommen“, sagt Zschock. Den Gästen – bis zu 4000 werden erwartet –  wird die Anreise zum größten Schülerball Westösterreichs in öffentlichen Verkehrsmitteln schmackhaft gemacht. Für den Nachhauseweg in der Gruppe zu später Stunde stellt das Ballkomitee Shuttlebusse.

Großen Wert legen die Schüler auf die Vermeidung und Trennung des Abfalls. So verzichten sie gänzlich auf Plastikbecher und mieten stattdessen Mehrweggebinde (mit Pfandsystem) an – das Geschirr wird dann während des Balls bereits gewaschen.

Wer die Idee für dieses Green Event stark vorangetrieben hat, ist Sabine Haberl vom  Veranstalter Messezentrum. Man könnte auch sagen, da haben sich  die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Denn: Das Messezentrum  unternimmt generell einiges an Anstrengung, um sein Image als „grüne Veranstaltungslocation“ zu stärken. Und es bringt halt auch für die HTL ein paar wichtige Basics mit: So hat das Haus Solarpaneele auf dem Dach, ist Öffi-technisch gut erreichbar und wird für die Veranstaltung nicht einmalig aufgebaut – Letzteres ist ein Muss-Kriterium für ein Green Event.

Beim Ö-Ticket-Check auf Nachhaltigkeit erhielt der HTL-Ball 95 von 100 Prozent der möglichen Punkte – eine sehr gute Bewertung. Deshalb winken den Schülern jetzt ein paar Vorteile: Ihr Ball wird bereits auf der Startseite angezeigt, sie kommen in einen Postwurf und so weiter.

Bei Max und Sarah steigt indessen die Nervosität. Seit einem Jahr  tüfteln sie an ihrem Ball für rund 350 Maturanten, am Dienstag, 25. Oktober, geht er unter dem Titel „Phase 5“ über die Bühne.  „Dass der HTL-Ball heuer grün ist, sehen wir  als großen Pluspunkt“, sagt Max Zschock. Vielleicht tun sich nachfolgende Klassen dann leichter, diese Richtung beizubehalten, meint er. Freilich entstünden durch die zusätzlichen Maßnahmen auch zusätzliche Kosten für einen Ball, der sich rein über Kartenverkauf und Sponsoring finanziert. Allein das Ausleihen der Mehrwegbecher mit weiterem Personal und Waschstraße schlägt mit rund 2000 Euro zu Buche, meinen die Schüler. Aber – und auch da sind sie sich einig: „Es geht eben nicht immer nur ums Geld.“

von Sigrid Scharf