Flughafen: Diskussion um Management-Posten geht weiter

Rössler will mit Stöckl über das Management im Flughafen reden. Bestellungen sind im Gerede.

Ihr Credo sei, „keine Nerven zu zeigen, keine Kritik nach außen zu tragen und zum Koalitionspartner zu stehen“, sagt die grüne Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Rössler zum SF. Nicht gefallen hat Rössler zuletzt Wilfried Haslauers öffentliche Kritik, wonach die Grünen „den ländlichen Raum als Erholungsraum für die Städter sehen“. Rössler, die privat gerne mit der Lokalbahn ins Grüne fährt, sagte dies Haslauer auch persönlich. Und Rössler hat mit dem Regierungschef auch über den Flughafen gesprochen.

Unmut im Unternehmen

Es gebe Unmut über bestimmte Personalien – gemeint ist die Anstellung von Andreas Rösslhuber als Bereichsleiter Non Aviation. Rössler: „Es ist eine sensible Sache, wenn ein Naheverhältnis zu Regierungsmitgliedern besteht. Herr Rösslhuber ist bekanntlich der Bruder der Lebensgefährtin von Herrn Haslauer. Ich weiß nicht, ob ihm bewusst war, dass diese Bestellung im Unternehmen ein Thema ist. Wenn Personen die Prokura bekommen, muss das angeschaut werden, ob das nach sachlichen Kriterien erfolgt.“ Die Airport-Gesellschaft sei in öffentlicher Hand, die Leistungen seien sehr gut. Aber die Management-Struktur sei zu hinterfragen, so Rössler. Einer ihrer nächsten Termine ist eine Unterredung mit Aufsichtsratschef Christian Stöckl: „Ich möchte ihn zum Zeitplan der Bestellung des neuen Geschäftsführers und zur Führungsstruktur befragen. Es gibt den Wunsch aus dem Aufsichtsrat, dass man unter professioneller Begleitung diese Struktur untersucht.“ Tatsächlich handelt es sich um Anträge vonseiten der von den Grünen entsandten Kontrollorgane an Stöckl. Er wird am 13. Oktober mit Bürgermeister Heinz Schaden bei einer ao. Gesellschafterversammlung über die künftige Führung entscheiden.

Üppige Führungsstruktur

Diese ist mit den Jahren recht üppig geworden. Zuletzt werkten in der Muttergesellschaft und in drei Tochterbetrieben sechs Geschäftsführer. Der Vertrag des aktuellen Alleingeschäftsführers Roland Hermann endet im Juni 2017, der kaufmännische Direktor Karl Bohl ging im Sommer in Pension. Andreas Rösslhuber trat 2015 in das Unternehmen ein. Dass er allerdings auch noch zweiter Geschäftsführer der Mini-Parkhaus-GmbH wurde, führt zu Debatten. Diese Tochter beschäftigt 17 Mitarbeiter. Karl Bohl meinte auf Anfrage des SF: „Wir haben die Bereichsleitung extern ausgeschrieben und mit dem Beratungsunternehmen Hill zusammengearbeitet. Herr Rösslhuber hat vor drei, vier Jahren den Wunsch geäußert, zu kommen, wenn eine interessante Position frei wird.“ Er, Bohl, habe mit drei Bewerbern persönlich geredet.

Flugzeugverleih als Zweitjob

Andreas Rösslhuber war telefonisch nicht erreichbar. In einem Gespräch vor zwei Monaten sagte er dem SF, für den Zweitjob als Parkhausmanager bekomme er „keinen Cent zusätzlich“. „Der Carport gehört zu meinem Aufgabenbereich, das ist aber kein Aufgabenzuwachs.“ Es gebe mehrwöchige Abwesenheiten, dann müsse ein Zeichnungsberechtigter da sein. Er sei ursprünglich mit der Perspektive gekommen, „dass der kaufmännische Direktor ausscheidet und diese Position nachbesetzt wird“.

Rösslhuber ist im Nebenjob auch noch Geschäftsführer der Flugzeug-Leasingfirma TEC Aircraft Leasing, die ihren Firmensitz am Airport hat. „Zwölf Flugzeuge fliegen in Deutschland, wir sind seit 2006 am Standort Salzburg eingemietet. Dass ich da weiter drinnen bleiben kann, war eine Bedingung, dass ich in den Flughafen Salzburg eintrete“, so Rösslhuber. Über all das habe er „nie mit Landeshauptmann Haslauer gesprochen“.