Hauptsache gesund

Neue Heilmethoden sind in Mode. Die guten gehören ausgesiebt.

Mohamed Khalifa behandelt seit vielen Jahren in Hallein Kreuzbandrisse und ähnlich schwere Verletzungen – ohne Operation, nur durch den Einsatz seiner Hände. Patienten humpeln auf Krücken in seine Praxis und gehen schmerzfrei nach Hause.

Im angrenzenden Oberösterreich erzielt ein Therapeut mit einer speziellen Massagemethode durchschlagende Erfolge bei Menschen mit schweren Rückenbeschwerden. Betroffene berichten, dass sie nach nur einer Einheit ihre bereits fixierten Termine für die Bandscheiben-OP absagen konnten.

Die Schulmedizin tut sich mit solchen Phänomenen nach wie vor schwer. Selbst Khalifa, der internationale Größen wie Roger Federer und  Steffi Graf erfolgreich behandelte, wurde lange als „selbst ernannter Wunderheiler“ abqualifiziert.

Auf Patienten haben solche Behandlungsmethoden, aber auch Osteopathie und Co., eine wachsende  Anziehungskraft. Die Aussicht, ein schweres Leiden ohne Operation loszuwerden, ist verlockend. Außerdem ist das einst verbreitete blinde Vertrauen in die „Halbgötter in Weiß“ zunehmender Skepsis gewichen. Was  auch an der restriktiven Abschottung der Schulmedizin gegenüber anderen Ansätzen liegt.

Diese Abgeschlossenheit ist tatsächlich von gestern. Es braucht künftig eine starke Allianz zwischen der konventionellen Medizin und all jenen alternativen Formen, die seriös und nachweislich erfolgreich eingesetzt werden. Im Fall von Mohamed Khalifa hat man schon  vorgezeigt, wie es gehen kann. Eine universitäre Forschungsstudie bewies objektiv den Behandlungserfolg seiner Methode.

Dem Patienten ist es herzlich egal, wer oder was ihn wieder gesund macht. Er will sich darauf verlassen können, dass er die für ihn ideale und schonendste Behandlung erhält. Das könnte ein offenes System, in dem für ihn das Beste aus beiden „Welten“ zur Verfügung steht, leisten.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Derzeit tut man sich vor allem gegenseitig ab. Ganz pauschal. Das hilft letztlich nur Trittbrettfahrern und Scharlatanen.