Bloß nicht in die Neue Mittelschule

Die vor einigen Jahren eingeführte Schulform stößt in der Stadt  Salzburg und den Umlandgemeinden auf wenig Gegenliebe. Eine Ausnahme ist die Sport-NMS Walserfeld. Die kann sich der Anmeldungen kaum erwehren. Der (Haupt-) Grund: Es sitzen so gut wie  keine Ausländerkinder in den Klassen. Das lässt sich im konkreten Fall über den Schwerpunkt und die Aufnahmeprüfung   „steuern“.

Was im ersten Moment verwerflich anmutet, ist nicht viel mehr als ein Ausdruck dessen, was sich viele denken, aber nur wenige aussprechen: Eine Schule mit hohem Ausländeranteil kommt für das eigene Kind nicht infrage. Zumal es im Gegensatz keine  Leistungsgruppen  mehr gibt. Alle Schüler werden gemeinsam unterrichtet, auch jene mit sprachlichen Mankos. Das muss auf das Unterrichtsniveau drücken, sagt der Hausverstand.

Zudem weckt das  Fremde derzeit noch ganz andere Ängste. Die Leidtragenden sind junge Menschen. Jene, die von den Eltern mit Gewalt in Schulen gedrückt werden, denen sie nicht gewachsen sind. Und natürlich die, deren Integration nur gelingen kann, wenn sie nicht abgeschottet aufwachsen, sondern gut  ausgebildet werden.

Die Wirtschaft stöhnt derweil unter der fortschreitenden „Gymnasialisierung“ der Jugend. Für handwerkliche Tätigkeiten und den in diesem Land so wichtigen Dienstleistungssektor (Tourismus) fehlt es  an  Nachwuchs. Dafür schlagen sich immer mehr  Akademiker mit Gelegenheitsjobs durch.

Die Grundidee der Neuen Mittelschule – bessere und schlechtere Schüler zusammenzufassen und damit die soziale Durchmischung zu fördern –  ist eine gute. Sie scheitert im städtischen Raum derzeit  aber an der Realität.  Die Politik hat sichtlich Scheu, das  Tabuthema anzupacken. Das ist aber  nötig. Ein Zwei-Klassen-Bildungssystem birgt Unmengen an sozialem Sprengstoff.