Genug von den älteren Herren

Die Salzburger wollen neue politische Gesichter.

Die Frage, wer vor Heinz Schaden Salzburgs Bürgermeister war, ist gerade für jüngere Semester gar nicht so einfach zu beantworten. Schließlich sitzt der gebürtige Steirer gefühlt eine halbe Ewigkeit auf dem Chefsessel des Schlosses Mirabell. Seine Macht ist dementsprechend groß, parteiintern steht er längst über den Dingen. Die Beliebtheitswerte des ewigen Heinz sind auch intakt – bei der nächsten Wahl nochmal am Stimmzettel möchte ihn laut SF-Umfrage allerdings weniger als ein Viertel der Salzburger haben. Da geht es ihm kaum besser als den Kollegen der anderen großen Parteien.
Die Städter wollen Erneuerung. Sie haben genug von der mäßig ambitionierten Politik älterer Herren. Dafür steht Schaden mittlerweile genauso wie Preuner und Padutsch.

Der Bürgermeister, der seinen Rückzug mit Ende der Periode bereits verkündet hat, ist mehrfach am Aufbau eines Nachfolgers gescheitert. Die Hoffnungen ruhen nun auf Bernhard Auinger. Der hat allerdings einen holprigen Start hingelegt. Erst waren da seine ungeschickten öffentlichen Aussagen über selbstfahrende Autos, die eine nachhaltige Verkehrspolitik obsolet machen. Nun gesteht er offenherzig, dass er seine politische Aktivität nach Schadens Wünschen ausrichtet. Ein glaubwürdiges Signal der Erneuerung oder gar ein charismatischer Spitzenmann ist Auinger in dieser Form nicht.

Wenn die ÖVP noch Zug zur Macht hat in der Stadt, dann muss sie die sich auftuende  Chance jetzt nutzen. Allerdings deutet darauf auch nicht allzu viel hin. Harald Preuner, der als zweimaliger Wahlverlierer alles andere als ein Siegerimage hat und als  langjähriger „Vize“ kaum den Erneuerer verkörpern kann, will auf jeden Fall nochmal antreten. Das Männernetzwerk der Partei springt ihm auch sofort zur Seite  und errichtet vorsorglich eine Mauer in Richtung Claudia Schmidt. Immerhin ist sie eine Frau und wäre nach ihrem Abstecher ins EU-Parlament in Brüssel von der – zuletzt nicht immer glücklichen – Tagespolitik unbelastet. Es gibt aber sicher auch andere Persönlichkeiten in der Volkspartei, vor denen die SPÖ mehr Fracksausen haben würde als vor Preuner.

Zurück zur eingangs gestellten Frage: Der Vorgänger  war Josef Dechant. Der bisher einzige gewählte ÖVP-Bürgermeister Salzburgs  war von 1992 bis 1999 im Amt. Damals misslang der ÖVP die Nachfolgeregelung gehörig.  Karl Gollegger hatte in der  Stichwahl gegen Heinz Schaden keine Chance.