Ist das objektive Postenvergabe?

Die ersten Pläne für eine neue Führung beim  Flughafen lassen nichts Gutes erahnen.

Die Politik hat viel Kredit bei den Menschen verspielt. Ob sie aus früheren Fehlern endlich die richtigen Schlüsse zieht – und richtige Schritte setzt, ist jetzt die große Frage. Nicht nur in Wien. Auch in Salzburg.

Postenvergaben im öffentlichen Bereich stehen dabei im Scheinwerferlicht. Aus gutem Grund. Über viele Jahre hat die Politik   hier ihr parteipolitisches Geschäft unanständigst kultiviert. Die Schwüre der Politiker, bei Postenvergaben stets objektiv, transparent und nachvollziehbar zu entscheiden, sind ebenso lang wie die Anrüchigkeiten und Verstöße dagegen. Der Objektivierungskatalog, der in der  Stadt Salzburg noch heute  gilt, stammt übrigens  aus den 1990er-Jahren, ist also im wahrsten Sinne des Wortes aus dem vorigen Jahrhundert. Und im Land hat die Regierung Haslauer den Test, dass es nun sauber, transparent und ordentlich zugeht, auch noch nicht bestanden. Vermutlich läuft in diesen  Wochen gerade der Lackmustest.
Wir sind – erraten – beim Salzburger Flughafen. Zweifelsohne einer der wichtigsten Betriebe des Landes. Dort will  das Land  von zwei auf einen Geschäftsführer abspecken, im gleichen Atemzug aber gleich fünf Prokuristen installieren.

Das ergibt sechs Führungskräfte für 366 Mitarbeiter.  Eine üppige Zahl, die stark zu hinterfragen ist. selbst wenn  stimmen sollte, dass keine Mehrkosten entstünden. Während andere Bundesländer-Flughäfen wie Innsbruck oder Linz mit Ein- bzw. Zwei-Mann-Spitze und darunter  Abteilungsleitern auskommen, ist der  Salzburg Airport schon jetzt de facto wie ein Konzern organisiert.  Es gibt die Mutter mit (bisher) zwei Geschäftsführern und darunter drei Tochterfirmen, für die es wieder eigene Geschäftsführer gibt.   Große Regionalflughäfen wie Stuttgart  arbeiten so. Dort sind aber 1000 oder  mehr Menschen beschäftigt  – und nicht 366 wie in Salzburg.

Welch kuriose Ausformungen die Struktur hat, zeigt ein Detail. Eine der Airport-Töchter kümmert sich ums  Parkmanagement, zählt gerade einmal 17 Mitarbeiter und hat  seit kurzem gleich zwei Geschäftsführer. Dass einer davon der Bruder der Lebensgefährtin von Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist, fügt sich ins erklärungsbedürftige Bild, taugt aber nicht zwangsläufig für Skandalisierung.  Jetzt  braucht es erstmal neue Strukturen: Der Flughafen muss mit weniger Köpfen zu führen sein – und muss transparenter organisiert werden. Dann geht es  sehr wohl um die neuen Köpfe an der Spitze. Und dabei ist klar: Sollten diese  wieder nicht über jeden parteipolitischen Zweifel erhaben sein, würde das die Glaubwürdigkeit der Regierung   ramponieren.

Land und Stadt haben viel zu tun. Was bisher am Tisch liegt, kann nicht  die Lösung sein. Sonst hat die politische Elite nichts aus früheren Fehlern gelernt.