Mehr als nur Schnürlregen: Das Salzburger Wetter als Therapeut

Jetzt regnet es schon wieder! Ärgern und schimpfen kann man in diesen Tagen schon, und es tut manchmal richtig gut, wenn man etwas zum Dampfablassen hat, ohne dass man jemanden  weh tut. Das Wetter quasi als Ventil, als kleiner Therapeut.

Gerade das Wetter in Salzburg kann aber viel mehr, als lautloser Therapeut. Es kann belasten, in Extremsituationen reizen und sehr oft schonen. Reizimpulse gibt es etwa  weit oben, dort wo die Sonnenstrahlung intensiv und die Luft dünn ist. Zum Beispiel am Matrashaus oder wenn man zwischen Hafner und Birnlucken oberhalb von 2500 m  unterwegs ist.

Belastend auf Körper und Geist ist der Dauernebel in den Niederungen, in Kombination mit Kälte. Da regieren auch die Optimisten negativ. In Salzburg gibt es solche belastenden Situationen aber kaum mehr. Die graue Nebelsuppe, die über zwei bis drei Tage anhält, gab es im Herbst und Winter zwischen 1950 und 1990 deutlich häufiger als in den letzten 15 Jahren. Vielleicht eine Folge einer Strömungsumstellung.

Ganz deutlich spürbar ist ein weiterer belastender Effekt, der mit der Klimaumstellung  zusammen hängt: Die Hitzetage werden mehr. Dies betrifft vor allem den Großraum der Stadt, also den durch Verbauung und Zersiedelung zuwachsenden Bereich abseits der Berge. In den Gebirgsgauen und überall dort,  wo man länger als eine Stunde nach oben gehen kann, ist es ganz anders: Dort sorgen kühle Nächte und feiner Wind für Kühlung, die Hitzewellen werden  täglich unterbrochen.

Salzburg ist somit ein wirklich begünstigter Flecken! Das Bioklima ist bei uns so gut, dass es einige Gemeinden gibt, die sogar eine heilklimatische Wirkung entfalten. Das Wetter wird dort gezielt als Therapie für gewisse Beschwerden eingesetzt. Zu diesen begünstigten Plätzen gehören St. Veit im Pongau, Mariapfarr, Zell am See, Lofer und Maria Alm.

Das Wetter …

… in dieser Woche: Passt zu einem durchschnittlichen Sommerwetter – warm, einiges an Sonne. Am Wochenende könnte es aber einen kleinen Kaltluftvorstoß geben.

… in dieser Woche vor 49 Jahren: hat ein Hagelsturm den nördlichen Flachgau heimgesucht.

… in dieser Woche vor 21 Jahren: gab es viele Muren im Land, im Pinzgau wurde eine Frau getötet, die Pinzgauer Bundesstraße wurde überflutet.

Aktivitätstipp: Raus in den Wald oder hinauf in die Almen. Belohnt wird man durch Edelweiß, Enzian und Goldtropf. Die Tage sind lang hell, da geht sich auch nach der Arbeit noch etwas aus.