Garten Eden Salzburg

Die Stadt ist voll von „Blumen-Kreiseln“ auf Straßenkreuzungen und topgepflegten Parks.

Dafür sorgen die rund 100 Gärtnerinnen und Gärtner der Stadtgärten-Abteilung der Stadt. Ab vier Uhr morgens gießen, rupfen und räumen sie auf, was das Zeug hält. Die Salzburger stehen drauf. Immer mehr verbringen ihre Freizeit im öffentlichen Grün.

Die Früchte ihrer Arbeit sind täglich zu sehen: Rund 100 Mitarbeiter der Magistratsabteilung Stadtgärten sorgen für sattes Grün und üppige Farbtupfer in der Stadt. Strahlend gelbes Aztekengold, blasslila Stiefmütterchen,  himmelblaue Vergissmeinnicht und vieles mehr  behübscht  den Mirabellgarten, aber auch die Stadtparks, Verkehrsinseln und Kreisverkehre.

Den Salzburgern gefällt’s, sie stehen auf diesen Garten Eden. „Immer mehr Salzburger verbringen ihre Freizeit im öffentlichen Grün“, registrieren die Stadtgärten laut Abteilungsleiter Christian Stadler eine starke Zunahme in den letzten Jahren. Junge, Alte, Einheimische und Zugewanderte  – sie spazieren, sitzen, jausnen, plaudern oder chillen in den Stadtparks, auf Spielplätzen und an den Salzachufern.
Dass sie die grün-bunte Schönheit nicht nur nutzen, sondern auch schätzen, zeigen tägliche E-Mail- und Briefzuschriften an das Amt. Ein typischer O-Ton: „Danke für die schönen Blumen überall. Sie verschönern mir den Arbeitstag.“

„Die Leute bedanken sich aus dem Auto heraus.“ Jennifer Gimmelsberger

Auch aus dem Auto heraus kommentieren Lenkerinnen und Lenker das Werk der hundert Gärtner. Vor allem an Salzburgs schönstem Kreisverkehr, am Rehrlplatz. Beim SF-Lokalaugenschein fährt eine Stadtbewohnerin extra nah heran, um Jennifer Gimmelsberger zuzurufen: „Ihr macht super Arbeit, der Kreisverkehr sieht jetzt so schön aus!“ Die Landschaftsgärtnerin pflanzte kürzlich mit ihren Kollegen 3000 Stück gelbes Aztekengold am Rehrlplatz-Kreisel aus. Als Blickfang in Spiralenform blühen die Blumen jetzt zwischen den winterharten Grünpflanzen. „Wir sind es schon fast gewöhnt, aber es freut uns immer wieder, wenn die Leute unsere Arbeit loben“, sagt Gimmelsberger.

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Stadtgärten-Chef Christian Stadler am Rehrlplatz, Salzburgs schönstem Kreisverkehr. Foto: Tschalyj

Der Kreisverkehr am Rehrplatz.

Produktionszentrale im Nonntal ist das „Herz“

Die Anstrengungen von Gärtnerin Gimmelsberger und ihren Kolleginnen und Kollegen sind für die Stadtbewohner selten zu sehen. Fast 60.000 Blumen sollen die Salzburger heuer erfreuen: darunter 46.000 Stück Stiefmütterchen, 6000 Gänseblümchen und 3000 Vergissmeinnicht. Die Blumen müssen punktgenau auspflanzbereit sein, aktuell  für die Sommerauspflanzung. Dafür kauft die Stadtgärten-Abteilung schon Monate vorher Zehntausende Stecklinge ein. Auf langen Pflanztischen im „Herz“ der Stadtgärten, der Produktionszentrale im Nonntal, werden aus den Pflänzchen richtige Blumenstöcke. Neben  den Zierpflanzen werden hier auch die Rasenmäher, Gießwagen, Schaufeln etc. gelagert und gewartet.

Unkrautvernichter und Laubbläser flogen raus

Blumen einsetzen ist nur das „Sahnehäubchen“ der Stadtgärtner. „Zu 90 Prozent ist unsere Arbeit die Pflege der Pflanzen und Grünflächen“, schildert Christian Stadler. Dazu zählen: Rasen mähen, gießen (siehe „Expertentipp“), Unkraut und Äste entfernen und Hecken zurückschneiden. Die Arbeit wird nicht weniger, seit die Stadt auf Unkrautvernichtungsmittel wie Roundup/Glyphosat  und Laubbläser verzichtet. „Wir rupfen und rechen wieder“, erklärt Stadler. Zeit sparen die Gärtner, indem sie mulchen, also das gemähte Gras liegen lassen.

 

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Gärtnern um vier Uhr früh: „Sonst derfahren sie dich“

Zu einigen Verkehrsinseln auf stark befahrenen Straßen müssen die Gärtner schon um vier Uhr früh ausrücken, etwa in die Fürbergstraße. „Sonst derfahren sie dich dort“, schildert Gärtnerin Jennifer Gimmelsberger. Danach, gegen sechs Uhr morgens, sind Brennpunkt-Parks dran: Getränkeflaschen, Jausenpapierln,  Spritzen müssen entfernt werden. Und zwar schnell. Bevor die erste Kindergruppe durchspaziert, muss alles sauber sein. Auf Anrufe von Bürgern reagiert das Amt sofort. Man sieht sich auch als „grüne Feuerwehr“. „Das ist unser Job. Die Salzburger sollen schließlich  Freude an ihrer Stadt haben, auch die jungen“, sagt der Amtsleiter.  Der Jugendarbeitverein Spektrum erhob in einer Umfrage, was Jugendlichen in Salzburg  am wichtigsten ist. Überraschend: Ganz oben steht Sauberkeit, gefolgt von Sicherheit und Schönheit.

Mist neben Mistkübel – da waren die Raben am Werk

Mädchen und Burschen schätzen demnach genauso wie Erwachsene schöne Aufenthaltsflächen im öffentlichen Raum. Auch sind es oft nicht Jugendliche, die ihren Müll neben die Mistkübel werfen. Sondern Raben. Stadler: „Die  haben das gelernt.“ Die schlauen Vögel schauen Parkbesuchern zum Beispiel beim Essen einer Pizza zu, um sich anschließend die Schachtel aus dem Mistkübel zu zerren und ausgiebig an den Resten zu fressen:  rund um den Mistkübel. Was nicht schmeckt, wird weggeschleudert. Ein Fall für die „grüne Feuerwehr“.

Expertentipp: Richtig gießen!

Obergärtner Peter Ebner rät:

  • Zeit nehmen! Wer seine Gartenblumen richtig gießen will, plant ausreichend Zeit ein.
  • Am besten zwei Mal drübergehen.
  • Von unten gießen: Die Wurzeln, nicht die Blätter, brauchen Wasser.
  • Bei Sonne wirken Wassertropfen  wie Lupen – die Blätter verbrennen. Auch Schimmelpilze gedeihen, wo es „dampfig“ ist. Gefährdet sind Blumen mit dichtem Bewuchs wie Margeriten, Dahlien, Tagetes. Darum: von unten gießen.
  • Ein  zu starker Wasserstrahl „schießt“ die Erde weg und legt Wurzelballen frei, die trocknen leicht aus.
  • Frühmorgens gießen. Alternative: Abends (Schnecken!). Nie in der Mittagssonne.

Die Stadtgärtner betreuen insgesamt 1800 Verkehrsinseln und Kreisverkehre, 250 Hektar Grünflächen, 15 Parks,
83 Spielplätze, 19 Sportplätze, den Mirabellgarten etc.

Titelbild: Stadt Salzburg

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