Kübelweise statt in Schnürln: Die Sonne erzeugt den Sommerregen

Für den Schnürlregen ist Salzburg bekannt, speziell in den klassischen Nordstaulagen zwischen Lofer und dem Wolfgangsee ist anhaltender Dauerregen keine Seltenheit. Feuchte Luft aus dem Nordwesten trifft  in diesen Regionen auf die erste Gebirgsbarriere, wird daran gehoben und ausgepresst. Was allerdings gleich am ersten Junitag im nördlichen Flachgau zu massiven Überflutungen führte, hat mit Schnürln nichts  zu tun. Da kommt das Wasser kübelweise herunter.

Füllen Sie einmal zehn Kübel voll mit Wasser – dann lässt sich leichter begreifen, wie viel Regen in Mattsee in kurzer Zeit pro Quadratmeter gefallen ist. So extreme Ereignisse treten nur alle 20 Jahre oder noch seltener auf. Die Zutaten für Starkregen sind feuchte Luftmassen und eine hohe Labilität der Atmosphäre. Wenn noch schwacher Wind vorherrscht, bleiben die Schauerzellen über lange Zeit am gleichen Punkt stehen und machen das Chaos perfekt. Gerade im Frühsommer und Hochsommer ist das Risiko hoch, weil die Sonne ihren höchsten Stand im Jahreslauf erreicht.

Ja, es ist tatsächlich die Sonne schuld daran, dass die Sommermonate im vieljährigen Mittel in Mitteleuropa und damit auch in Salzburg deutlich nasser als die Wintermonate sind! Damit sich Regenschauer und Gewitter bilden können, muss sich die Luft in Bodennähe stark aufheizen können. Warme Luft ist leichter und steigt auf, die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert zu mächtigen Schauerwolken. Die schwache Wintersonne schafft das kaum, die Wolken sind mehr breit als hoch und enthalten viel  weniger Wasser als in warmen Monaten.

Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in den nächsten Wochen den Regenschirm oft brauchen: In der Stadt fällt im Juni drei Mal so viel Regen wie im Februar, dem durchschnittlich trockensten Monat des Jahres.

Das Wetter…

… in dieser Woche: Nach  schaueranfälligem Wochenstart stellt sich allmählich stabileres Wetter ein. Große Hitze ist nicht in Sicht.

… in dieser Woche vor 11 Jahren: Ausgeprägte „Schafskälte“ ließ die Temperaturen kaum über 10 Grad steigen.

… in dieser Woche vor 39 Jahren: In vielen Landesteilen ließ starker Regen Bäche über die Ufer treten.

… in dieser Woche vor 50 Jahren: Heftige Gewitter mit Hagel lösten im Raum Zell am See und Saalfelden Muren aus und forderten sechs Todesopfer.

Aktivitätstipp: Wanderungen sind mit Regenschutz gut machbar, in Richtung Wochenende könnte auch der Sprung ins kühle Nass wieder ein Thema werden.