Lieblingsplatzerl: Mit Steckerlbrot am Lagerfeuer

Früher war ja wirklich nicht alles besser. Die Pofesen aber schon. Die stammen noch aus einer Zeit, als Butter als Geschmacksträger genossen und nicht als flüssiges Hüftgold verteufelt wurde. Deswegen werden die Pofesen in der Rumingmühle in Fuschl am See nach traditionellem Rezept gebacken –  und zwar in einer winzigen Küche mit rußgeschwärzten Wänden und einem alten Feuerherd. Dieses Rezept für die deftigen Leckerbissen gefüllt mit dunkler Powidl-Marmelade verrät die Mühlenwirtin freilich nicht. Das macht nichts, weil: Zu Hause würden die Pofesen sowieso nie so gut schmecken wie an dem herrlich schattigen Platzerl neben der Mühle im Wald.

Erbaut wurde die Rumingmühle 1872. Die Fuschler Bauern brachten zu jener Zeit ihr Getreide zu dieser Wassermühle und ließen es vom Müller mahlen. Die Rumingmühle funktioniert noch heute: Immer freitags wird das Rad angeworfen, und die Besucher können sehen, wie das damals ging mit dem Mehlherstellen. Wer am Dienstag kommt, kann zuschauen, was aus diesem Mehl gemacht wird, denn da backen die Fuschlerinnen resches Brot. Am Donnerstag geht es genauso kulinarisch zu: Da gibt’s zünftige Käsejause.

Bei den Kindern besonders beliebt ist das Steckerlbrot. Dabei wird ein mit Kräutern verfeinerter Teig um einen Stecken gewickelt, den sie in das große Lagerfeuer halten dürfen, bis er knusprig ist. Zur Abkühlung geht es zum Planschen an den Mühlenbach oder in den Wald auf der anderen Seite. Dort verstecken sich kleine bunte Gestalten zwischen den Bäumen.

Wichtige Infos zur Rumingmühle:

Öffnungszeiten:
Von Mitte Mai bis September, Dienstag, Donnerstag und Freitag jeweils nachmittags.
Der Höhepunkt:
Steckerlbrot am Lagerfeuer.
Das Programm:
Dienstag Brotbacken und Steckerlbrot, Donnerstag Käsejause, Freitag Mühlenvorführung.
Gibt es dort Gastronomie? Ja.
Wen sollte man mitnehmen? Alle – von der Oma bis zum Enkelkind, die ganze Familie.
Voranmeldung 06226/8250.

Foto: Strübler