Ein aufwühlender Ausflug in eine verklungene Welt

Ein Hauch von Anrüchigkeit liegt im Großen Festspielhaus: Das Sax wummert durch den ehrwürdigen Saal. Der langhaarige Typ klatscht im Rhythmus auf seinen Kontrabass. Die Blondine zupft eine goldene Harfe.  Tango? Chanson? Jazz?

Quadro Nuevo ist jedenfalls speziell und eigen. Die Musik klingt wie ein Ausflug in eine verklungene Welt – leicht, nostalgisch, heiter-melancholisch, verführerisch, bitter-süß.

Logisch: Das Quartett ist nichts für eine brachiale  Partynacht. Für einen Abend zum Runterkommen kann es aber wunderbar sein. Zwei Hörtipps, beides Interpretationen alter Hadern: Paroles, Paroles (Dalida) und L’été indien (J.  Dassin).

Der Vollständigkeit halber: Den einmaligenAbend im Festspielhaus komplettierte die Salzburger Philharmonie mit Dirigentin Elisabeth Fuchs. Und die Anfänge von Quadro Nuevo reichen zu einem Parkplatz bei Salzburg zurück. Das war 1996 und die vier Musiker kannten sich kaum, als sie Filmmusik für den ORF einspielen sollten. Die Gage verpulverten sie im Casino und der Film wurde – erraten – nie gesendet. Dafür hat sich das Quartett auf YouTube verewigt –  vor dem Hofbräuhaus.

Liebe Frau Fuchs! Bitte holen Sie „Quadro Nuevo“  bald wieder nach Salzburg. Wir berichten groß darüber. Versprochen!

Hermann Fröschl