Luxus-WGs für Studenten mit Wohnbaugeldern

Die Stadt will ein nobles Investor-Projekt mit Wohnbaugeldern fördern.

An der Schallmooser Hauptstraße auf dem früheren  Albus-Areal  will der Wiener  Bauunternehmer und Investor Michael  Griesmayr   ein  luxuriöses Studentenheim errichten. Geht es nach  Planungsressortchef  Johann Padutsch, soll die Nobelherberge aus Mitteln der Wohnbauförderung gebaut werden – „um den  Mietpreis möglichst herunterzudrücken“.

Die Firma Milestone, eine Tochter von Griesmayrs Value One Holding AG, betreibt in Wien und Graz bereits  derartige Studentenheime mit „De-luxe-Bett,  Designerbad, High-Speed-WLAN, Sat-TV, Dachterrasse, Partyraum und Concierge“  (Website).     Milestone-Sprecher Florian Felder: „Das ist ein Premiumprodukt, ja, und es gibt die Klientel, die das schätzt.“ Die überwiegend aus dem Ausland stammenden Campusbewohner des Milestone 1 nahe der neuen  Wirtschaftsuniversität  Wien zahlen für ein 24-Quadratmeter-Zimmer satte 629 Euro im Monat. Da alle 429 Appartements ausgebucht sind, ergibt das grob gerechnet  Monatseinnahmen von 265.000 Euro.  2014 erwarb ein institutioneller Investor die Immobilie. In Graz musste Milestone den Preis auf 399 Euro senken.

„Mit der Förderung kann man die hohen Mietpreise senken“ – Johann Padutsch

Auch beim  Salzburger Projekt sind sechs Geschoße und 350 bis 400 Appartements angedacht. Allerdings gibt es einen  Haken: Es braucht eine Einzelbewilligung für Wohnbau, da der 4000-Quadratmeter-Grund im Gewerbegebiet liegt. Die Option einer Umwidmung in Wohnbau sehen SPÖ und ÖVP im Gemeinderat kritisch. ÖVP-Klubchef Christoph Fuchs: „Die inflationäre Umstrukturierung von Gewerbeflächen ist ein massiver Bodenpreistreiber.“ Milestone hat eine Kaufoption für das Grundstück in Schallmoos, Gerüchten zufolge ist von einem Preis von bis zu 2000 Euro pro Quadratmeter die Rede.

Wegen all der Schwierigkeiten hat der von Milestone beauftragte Architekt Tom Lechner aus Altenmarkt den pensionierten Planungsabteilungschef der Stadt, Gerhard Doblhamer, aktiviert. Doblhamer bearbeitet  politische Zweifler, hat beim Land und bei Uni-Rektor Heinrich Schmidinger  vorgesprochen, dieser marschierte zu Bürgermeister Heinz Schaden. Tatsächlich erhielt die Causa so Anschub. Das Stadtratskollegium äußerte sich wohlwollend, das Projekt wurde dem Gestaltungsbeirat vorgelegt.

Ressortchef Johann Padutsch möchte, dass die Betreiber „das mit Wohnbauförderung bauen, weil die Mietpreise nicht so hoch sein dürfen wie in Wien“. Für diesen Zweck könne man auch  Steuergelder verwenden. Gerhard Doblhamer fordert ebenfalls einen sozialen Ausgleich. „Wenn man Mehrbettzimmer für Wohngemeinschaften macht, kommt man zu einem gesplitteten Preis. Mit einer Einzelbewilligung kann man all das zwingend festlegen.“

Von Sonja Wenger