Werbung:
|
Home > Weibsennest >
SF04/10 Frauensache und Gehirn von Daniela Strasser |  |
Frauen erwerben sich zwar ein Lebtag lang viele Verdienste, was all ihre Leistungen an unbezahlter Arbeit betrifft (so müsste eine Vollzeit-Mutter nach einer Berechnung von US-Arbeitsmarktexperten rund 106.000 Euro im Jahr an Einkommen erhalten, bei einer Wochen-Arbeitszeit von 91,6 Stunden), aber selbst ihr Verdienst auf dem Arbeitsmarkt ist äußerst bescheiden.
Das Einkommen reicht für viele nicht einmal mehr zum Leben, sie zählen zu den „working poor“. Rund 117.000 Menschen in Salzburg verdienen weniger als 1500 Euro brutto im Monat, davon exakt zwei Drittel Frauen (aktuelle Studie für die AK Salzburg vom Sozialforschungsunternehmen Solution, Studienautorin Birgit Buchinger). Niedriglöhne sind und bleiben Frauensache. Selbst bei Vollzeitbeschäftigung fällt ein Drittel der Frauen in diese magere Erwerbsschiene. Es sind Frauen, die in den Branchen Dienstleistung, Handel und Tourismus schuften (zwei Drittel). Sie sind sowohl Arbeiterinnen als auch Angestellte. Es sind Wiedereinsteigerinnen, Alleinerzieherinnen, Leiharbeiterinnen, Teilzeitarbeitende sowie geringfügig Beschäftigte davon betroffen. Und es ist für ein Land wie Österreich beschämend, dass Frauen mit ihrem Einkommen am Rande der Existenz oder sogar in Armut leben müssen.
Vor allem ist es ein deutliches Signal im Bereich „Wertschätzung“ und bedeutet schlicht: Frauenarbeit zählt so schlecht wie nichts. Die Frauen werden zudem in die klassische Rolle gedrängt: Unbezahlte Arbeit an Heim und Herd und ein paar „Eulerchen“ zur Familienkasse beisteuern. Und zu schlechter Letzt müssen dann eben die Sozialleistungen die Existenz sichern helfen.
Wie pflegte sich der verstorbene Kabarettist Hans Peter Heinzl nach seiner TV-Sendung zu verabschieden? Gute Nacht, Österreich.
*************************
Themenschwenk: Es ist ein sattsam bekanntes Phänomen in vielen Paarbeziehungen: In der Früh springt der oder die eine aus dem Bett, während sich der oder die andere noch nicht einmal im Gestern, heute oder Morgen wähnt. Des Abends fühlt sich der oder die eine noch zum Stepptanz in Stimmung, während der oder die andere bereits im Traumland schwebt.
Zumindest eines steht jetzt klipp und klar fest: Frauen brauchen mehr Schlaf als Männer (neue Studie eines britischen Forschungszentrums), im Schnitt rund 20 Minuten pro Nacht. Begründung: Frauengehirne würden untertags mehr beansprucht, sie seien „komplexer“, so die ForscherInnen. Frauen seien besonders gut im Multitasking (sie erledigen meist mehrere Dinge gleichzeitig), die grauen Zellen würden daher mehr beansprucht als bei Männern (es sei denn, sie haben einen anspruchsvollen Job, der viele Entscheidungen und Querdenken abverlangt, dann gilt dies auch für Männer).
Bösartige Kommentare unserer Freunde vom anderen Geschlecht, nach dem Motto „Das Gehirn von Frauen wird mehr beansprucht, weil es länger dauert, bis sie etwas kapieren“ oder „Alleine das Einparken stellt ja schon eine komplexe Aufgabe für Frauen dar“, sind hiermit ausdrücklich untersagt.
Die Rache von zu wenig Schlaf zeigt sich irgendwann: Das Gehirn von Männern altert schneller. Der Zustand des Gehirns eines 70-jährigen Mannes entspricht etwa dem Zustand des Gehirns einer 75-jährigen älteren Dame. Ab zum Schlafen, Schatz.
|
| |
|
|
[ Seite weiterempfehlen | Seite zu Favoriten hinzufügen | Druckversion ]
|
| NEU: SF-Hauptblatt und SF-magazin jeweils als E-Paper in der Printversion. |
 |
 |


|