09.02.2010  Impressum Mediadaten Anzeigenpreise Offenlegung Geschäftsbedingungen Reichweiten Medienberatung/Kontakte



Werbung:

Home > 41/08 > Lokales > Archiv >

SF41/08
Viel in Gang gebracht

Salzburger Vorsorgewert sorgte für ein Umdenken

Ohne Oberfeld gäbe es den Salzburger Vorsorgewert nicht – der, wenn er auch nicht umgesetzt werden konnte, einiges ins Rollen brachte.

Auch wenn sich Bürgerinitiativen, was die Umsetzung betrifft, mehr erwartet hätten – ohne Oberfeld gäbe es den Salzburger Vorsorgewert nicht. Eine verbindliche Umsetzung derart, dass der im Vergleich zur geltenden Önorm äußerst niedrige Wert auch eingehalten werden muss, wäre nur durch eine bundesweite Bestimmung möglich – und die gibt es nicht. Immerhin bewirkte der Salzburger Vorsorgewert eines: In Salzburg konnten die UMTS-Sender nur mit Zeitverzögerung gebaut werden, einige Standorte wurden im Einvernehmen mit der Stadt festgelegt. Mittlerweile sind es im Stadtgebiet aber „an die 120 UMTS-Sender“, etliche an Standorten, „bei denen wir nicht zufrieden sind“, wie Padutsch-Sekretär Michael Klock erklärt (unter anderem ist er für den Bereich Mobilfunk zuständig). Von wie vielen Anlagen (in der Stadt sind es insgesamt an die 500) der Salzburger Vorsorgewert überschritten wird, könne nicht genau gesagt werden, es dürfte aber bei rund der Hälfte der Fall sein.
Was der Salzburger Vorsorgewert aber ins Rollen brachte, ist eine Diskussion auch in anderen Ländern: Die Steiermark hat den Vorsorgewert ebenfalls übernommen, in Liechtenstein wurde der Salzburger Vorsorgewert für Handymasten gesetzlich verankert. Eine Diskussion ist darüber hinaus auch in der EU in Gang gekommen. Von der Bioinitiative wurde der Salzburger Vorsorgewert empfohlen, im EU-Parlament wird man sich damit auseinandersetzen.
Auch die kritische Haltung der österreichischen Ärztekammer zu Handys und Sendemasten ist großteils auf Initiativen von Oberfeld als Umweltreferent der Ärztekammer entstanden. Seit Jahren gibt es für Ärzte einen Post-graduate-Kurs für Umweltmedizin, von den insgesamt 36.000 Ärzten haben 1100 daran teilgenommen. Von der Wiener Ärztekammer kam die Idee eines Handy-Plakats in den Arztpraxen mit „zehn medizinischen Handyregeln“.
Der 48-Jährige ist übrigens nach wie vor Handyverweigerer: „Ich fühl mich frei, wenn ich nicht ständig mit dem Handy herumrenne“, sagt er.
Aktuell sorgt ein neuer Trick der Mobilfunkbetreiber für Empörung bei Bürgerinitiativen: Ein in Aigen geplanter Handymast soll mit Plastikästen versehen werden, um nach dem Ortsbildschutz nicht abgelehnt werden zu können.



Der Salzburger Vorsorgewert

Ein Milliwatt pro Quadratmeter wurde 1998 als Salzburger Vorsorgewert festgesetzt (Leistungsflussdichte – die Maßeinheit elektromagnetischer Felder). Das ist rund 10.000 Mal niedriger als die geltende Önorm (für GSM-Sender 9000 Milliwatt, für UMTS-Sender 10.000 Milliwatt). Wenig später kam Salzburgs Umweltmediziner Oberfeld zur Erkenntnis, dass der Salzburger Vorsorgewert weiter reduziert werden müsse (um den Faktor 100), da es, bei sensiblen Personen, auch bei einem Milliwatt bereits zu Gesundheitsbeeinträchtigungen komme.
 


 

[   Seite weiterempfehlen   |   Seite zu Favoriten hinzufügen   |   Druckversion   ]