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SF40/09
Hauptschülerin von türkischem Mitschüler sexuell belästigt

Vater musste deshalb seine Tochter aus der Schule nehmen

Wochenlang wurde eine Hauptschülerin aus Salzburg von einem türkischen Mitschüler massiv sexuell belästigt. Geholfen hat ihr niemand, die Direktorin der Schule warf ihr sogar vor, selber schuld zu sein, da sie „sich schminkt“.


Tanja S. mit ihrem Vater Gerhard bei einer Sportveranstaltung: Er hatte Anzeige wegen sexueller Nötigung gegen einen Mitschüler erstattet, nachdem die Schulleitung dem Mädchen selbst die Schuld zugeschoben hatte.  Foto: Privat
Tanja S. mit ihrem Vater Gerhard bei einer Sportveranstaltung: Er hatte Anzeige wegen sexueller Nötigung gegen einen Mitschüler erstattet, nachdem die Schulleitung dem Mädchen selbst die Schuld zugeschoben hatte. Foto: Privat

Tanja (Name geändert) befindet sich noch Wochen später in psychotherapeutischer Behandlung, nur langsam arbeitet sie die schockierenden Erlebnisse auf, die sie als einziges nicht-muslimisches Mädchen in ihrer früheren Hauptschul-Klasse erleiden musste. Ein 13-jähriger türkischer Mitschüler habe ihr täglich an die Brust und zwischen die Beine gegriffen oder sein Geschlechtsteil an ihr gerieben und obszöne Bemerkungen gemacht, erzählt das Mädchen. Zu Hause traute sich Tanja lange nicht darüber zu sprechen, erst als ihre Noten immer schlechter wurden, sind die Eltern der Sache auf den Grund gegangen. Eine Vorsprache bei der Schulleitung brachte kein Ergebnis, die Direktorin meinte sogar, das Mädchen sei selber schuld weil sie sich auffällig schminke und modisch kleide. Eine Anzeige des Vaters bei der Staatsanwaltschaft brachte auch nichts, die Ermittlungen wurden eingestellt, weil der Bub mit 13 noch strafunmündig ist. Der Vater sah dann nur noch die Möglichkeit, seine Tochter mitten im Jahr aus der Schule zu nehmen. Seit sie eine andere Hauptschule besucht, ist es auch mit den Noten wieder steil aufwärts gegangen.

Mädchen Freiwild?

Die Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“ bestätigt, dass dies kein Einzelfall ist. Einer der Hintergründe für das Verhalten türkischer Burschen gegenüber Mädchen – vor allem wenn sie nicht ihrem Glauben und ihrer Volksgruppe angehören – sei das antiquierte Frauenbild in vielen traditionellen türkischen Familien, sagt die türkische Soziologin Necla Kelek im SF-Interview auf Seite 10. „Türkische Buben lernen nicht Achtung und Respekt, sondern wie man sich durchsetzt“, sagt Kelek, „Frauen sind Privateigentum, haben keinerlei Rechte“.

Vater zeigte es an: Seine Tochter wurde von türkischem Mitschüler massiv sexuell belästigt

14-jährige Hauptschülerin musste sogar in psychotherapeutische Behandlung – Konsequenzen gab es keine. Sie war die einzige nicht muslimische Schülerin in ihrer Klasse und wurde von einem ihrem türkischen Mitschüler sexuell massiv belästigt. Der Vater der 14-Jährigen erstattete Anzeige. Wegen Strafunmündigkeit des türkischen Schülers wurde das Verfahren aber eingestellt.

Passiert ist das Ganze bereits im letzten Schuljahr, erst jetzt ist es bekannt geworden. Die 14-jährige Schülerin Tanja S. (alle Namen von der Redaktion geändert) wurde von einem türkischen Mitschüler massiv sexuell belästigt. Von Seiten der Schulleitung war allerdings keine Hilfe zu erwarten. Im Gegenteil: Die Direktorin warf ihr vor, selber schuld zu sein, weil sie sich schminke und sich zu wenig verhüllt hätte. Die Hauptschule, die Tanja S. besuchte, weist einen hohen Ausländeranteil auf, in ihrer Klasse war sie das einzige Mädchen, das nicht muslimischen Glaubens war.

War das Mädchen selber schuld?

Der empörte Vater erstattete bei der Polizei Anzeige gegen den türkischen Mitschüler wegen „geschlechtlicher Nötigung“. Von der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren allerdings zwei Monate später infolge Strafunmündigkeit des Jugendlichen eingestellt. Tanja S. musste in psychotherapeutische Behandlung und wird auch heute noch vom „Weißen Ring“ betreut.
Tanja S. ist ein hübsches Mädchen, wie andere Gleichaltrige auch schminkt sie sich gerne und kleidet sich nach dem neuesten Trend. Was ihren türkischen Mitschüler Mehmet D. dazu motiviert haben dürfte, die 14-Jährige sexuell zu bedrängen. Unter anderem habe er ihr täglich an die Brust und zwischen die Beine gegriffen, oder sein Geschlechtsteil an ihr gerieben und obszöne Bemerkungen gemacht, erzählt das Mädchen. Sie habe ihn dann weggestoßen und ihm auch eine „Watschn“ gegeben. Doch obwohl Tanja S. eine gute Kampfsportlerin ist und sich durchaus zu wehren wüsste, getraute sie sich nicht, gegen den Burschen vorzugehen. „Ich hatte Angst, ihn zu verletzen und dass man dann alles mir in die Schuhe schiebt und ich von der Schule fliege.“
Zwei Monate lang brachte sie nicht einmal den Mut auf, ihren Eltern davon zu erzählen. Durch den Druck wurden auch ihre Schulleistungen immer schlechter. Ob die Lehrer etwas mitbekommen haben, weiß das Mädchen nicht. Jedenfalls ist niemand eingeschritten.
Als ihr Vater davon erfuhr, wandte er sich entsetzt an Schulleitung und Klassenlehrerin. Dort stieß er allerdings auf wenig Verständnis. „Es war dann so, dass Tanja am Verhalten ihres Mitschülers die Schuld gegeben wurde, weil sie sich so aufreizend anziehe.“
Als Lösungsvorschlag habe man angeboten, Tanja in eine andere Klasse zu versetzen oder aber, dass sie 15 Minuten vor Schulschluss die Schule verlassen solle, um nicht mit besagtem Mitschüler zusammenzutreffen. „Das kann es ja nicht sein, dass meine Tochter Einschränkungen hinnehmen muss, um den Burschen zu schützen.“ Die Direktorin der Hauptschule war gegenüber dem SF zu keiner Stellungnahme bereit.
Der Vater der 14-Jährigen erstattete bei der Polizei Anzeige wegen „geschlechtlicher Nötigung“ gegen Mehmet D. Die Staatsanwaltschaft hat rund zwei Monate gebraucht, um wegen des Alters des Buben – er war zu der Zeit noch nicht 14 – seine Strafunmündigkeit festzustellen.
Mehmet D. hat der Familie einen Brief geschickt, in dem er sich für sein Verhalten entschuldigt. Eine persönliche Entschuldigung an Tanja gab es nicht. Der Vater: „Dem tut gar nichts leid. Man hat ihm nur gesagt, dass er diesen Brief schreiben soll.“ Konsequenz des Vaters: Er nahm seine Tochter mitten im Schuljahr von der Schule. Sie besucht jetzt eine neue Schule, in der „sie sich sehr wohl fühlt“ und eine gute Note nach der anderen schreibt.
 
I. Schwab


 

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