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SF10/08
Wohnung abgelehnt: Familienvater gesperrt

41jähriger bezieht 630 Euro Rente und kämpft um neue Sozialwohnung

Der dreifache Familienvater Ahmet G. lebt im vierten Stock einer geförderten Mietwohnung in Salzburg. Jetzt ist der Mann Invalide und will dort nicht mehr bleiben.


Der behinderte Ahmet G. mit seiner Frau und dem Baby Renas: Der Kurde und ehemalige Religionslehrer aus der Türkei braucht dringend eine ebenerdige geförderte Mietwohnung in Salzburg, ist aber vom zuständigen Vergabeausschuss gesperrt. /  Foto: privat/Repro Wild
Der behinderte Ahmet G. mit seiner Frau und dem Baby Renas: Der Kurde und ehemalige Religionslehrer aus der Türkei braucht dringend eine ebenerdige geförderte Mietwohnung in Salzburg, ist aber vom zuständigen Vergabeausschuss gesperrt. / Foto: privat/Repro Wild

Der 41-jährige Ahmet G. (er war in der Türkei Religionslehrer, erhielt als Kurde Asyl in Österreich und ist mittlerweile österreichischer Staatsbürger) lebt in einer geförderten 80-Quadratmeter-Wohnung in der Berger-Sandhof-Siedlung in Salzburg-Maxglan, im vierten Stock. Gemeinsam mit seiner Frau und drei Buben im Alter von 14 Jahren, sieben Jahren und einem neun Monate alten Baby.
Bei seiner Arbeit im Paketdienst eines Buchhandels in Salzburg erlitt der dreifache Familienvater einen schweren Bandscheibenvorfall und ist seither vom Bundessozialamt als 50-Prozent-Invalide eingestuft. Ahmet G. erhält dafür rund 630 Euro monatlich als vorläufige Rente. In der geförderten Mietwohnung, die keinen Lift hat, kann der Mann jetzt nicht mehr länger bleiben. Ahmet G.: „Ich komme die Stiegen kaum hinauf und hinunter, kann nicht lange gehen und darf nichts heben. Ich bin ständig auf Medikamente angewiesen und dauernde ärztliche Kontrolle. Ich brauche unbedingt eine andere Wohnung, mit einem Lift oder im Erdgeschoß.“
Im Vorjahr fand sich auch eine passende Unterkunft für den Mann, ebenfalls in der Berger-Sandhof-Siedlung und im Erdgeschoß gelegen. Die Mietkosten allerdings betrugen 800 Euro statt wie bisher 650 Euro (aus der Sozialhilfe wurden die Wohnungskosten bislang gestützt). Ahmet G.: „Ich hatte Angst, finanzielle Probleme zu bekommen und dass die höheren Kosten nicht vom Sozialamt übernommen werden. Ich habe das so verstanden. Deshalb habe ich die Wohnung auch abgelehnt.“ Mit fatalen Folgen. Ahmet G. wurde bis 2009 vom städtischen Vergabeausschuss gesperrt, solange bekäme der Mann nun keine Ersatzwohnung mehr angeboten.

„Nur triftige Gründe“

Beim Wohnungsamt der Stadt Salzburg versteht man die Bedenken des Mannes jedoch nicht. Der Zuschuss aus der Sozialhilfe würde in jedem Fall bezahlt, auch wenn die Miete für die neue Wohnung – wie in diesem Fall – nun 800 Euro ausmacht. Leiter Peter Holzmann: „Der Mann ist kein Vollzahler, sein Anteil an den Mietkosten hätte sich in keinem Fall geändert.“ Wird eine von der Stadt angebotene, geförderte Wohnung abgelehnt, sei eine Sperre für die weitere Vergabe vorgesehen, wenn es für die Ablehnung keine „triftige Begründung“ gibt, so Holzmann. Im konkreten Fall habe man auch den Eindruck gehabt, dass Ahmet G. einen „Siedlungswechsel erreichen wollte.“
Die Sperre könne allerdings auch vorzeitig wieder aufgehoben werden, dies sei bereits im nächsten Ausschuss nach Ostern möglich. Bis dahin befindet sich Ahmet G. ohnehin zur Kur. Auch die Vorsitzende des Wohnungsvergabe- und Sozialausschusses, Bürgerlisten-Gemeinderätin Ulrike Saghi, bestätigte gegenüber dem SF, dass es für den Mann wieder eine Freigabe im Ausschuss geben werde. Saghi: „Das ist bisher vor allem daran gescheitert, dass man noch keinen entsprechenden Ersatz mit einer Wohnung im Erdgeschoß oder mit Lift gefunden hat. Sobald sich etwas Passendes findet, bekommt der Mann die Freigabe und kann wieder in eine geförderte Wohnung einziehen.“
 
DS


 

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