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SF10/08
Kaprun-Angehörige: 17.000 Euro für Witwe

Millionen-Summe wird auf 400 Hinterbliebene aufgeteilt

Mehr als sieben Jahre nach der Gletscherbahn-Katastrophe von Kaprun wurde eine Einigung über das Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen erzielt. Insgesamt wird es 13,4 Millionen Euro geben, aufgeteilt auf die rund 400 Hinterbliebenen.


Maria Lausch und ihr Sohn Andreas aus Kaprun bei einem Schweden-Aufenthalt: Die beiden haben Gerhard, den Ehemann und Vater, bei der Gletscherbahn-Katastrophe vor mehr als sieben Jahren verloren. / Foto: privat
Maria Lausch und ihr Sohn Andreas aus Kaprun bei einem Schweden-Aufenthalt: Die beiden haben Gerhard, den Ehemann und Vater, bei der Gletscherbahn-Katastrophe vor mehr als sieben Jahren verloren. / Foto: privat

Die 45-jährige Ann Christin Maria Lausch aus Kaprun und ihr jetzt 15-jähriger Sohn haben bei dem verheerenden Brand in der Gletscherbahn vor mehr als sieben Jahren ihren Ehemann und Vater verloren (Gerhard starb im Alter von 39 Jahren). Und schon kurz nach der Katastrophe war für die Witwe klar: „Da wird vor Gericht nichts herauskommen.“
Ihre Vorahnung hat sich bestätigt: An dem Seilbahn-Unglück, bei dem 155 Menschen starben, trägt niemand Schuld („gottgegeben“ lautete die Formulierung bei dem Prozess), und die jahrelangen Verhandlungen über Schmerzensgeldforderungen endeten nun damit, dass die rund 400 Hinterbliebenen und damals verletzten Opfer gemeinsam mit insgesamt 13,4 Millionen Euro entschädigt werden. Vor kurzem hat man sich mit Hilfe einer Vermittlungskommission auf diese Summe geeinigt (Anwälte der Gletscherbahnen und deren Versicherung, der Opferangehörigen und die Republik Österreich). Im Juni wird das Geld nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel ausbezahlt. Alle weiteren Ansprüche für die Zukunft sind damit ausgeschlossen. Die Summen für Verdienst- und Unterhaltsentgang sind noch immer offen, allerdings haben darauf auch nur wenige der Angehörigen geklagt.
Für Maria Lausch ist nur eines wichtig: die Tatsache zu vermitteln, dass „wir jetzt mit dieser Summe keine Millionäre sind.“ Lausch: „Das glauben ja viele. Es hat bereits so ‚nette’ Kommentare gegeben wie: Du kommst jetzt dann eh nicht mehr zur Arbeit.’ Es bekommt nicht jeder eine Million Euro, so viel steht fest.“

„Damit ist Ruhe“

Maria Lausch und ihr Sohn Andreas werden je rund 17.000 Euro erhalten und verzichten damit auf alle weiteren Forderungen. Eltern, die ihr Kind verloren haben, würden in dem Punktesystem vergleichsweise höher bewertet, entsprechend einer gesetzlichen Regelung. Lausch, die gebürtige Schwedin ist: „Zukunft und Ausbildung meines Sohnes sind damit nur schwach abgesichert. Mein Mann hätte noch mehr als 20 Jahre lang für die Familie sorgen können. Diese Rechnung geht nie mehr auf.“
Dennoch wird die Witwe, die erst vor kurzem einen dreimonatigen Krankenstand benötigte, die Vereinbarung unterzeichnen. „Es herrscht dann Ruhe und aus. Mein Sohn und ich können zufrieden und hoffentlich gesund weiterleben.“ Sie komme mit ihrem neuen Leben gut zurecht, wiewohl „es traurig ist und bleibt, und wir den Ehemann und Vater vermissen.“ Und manchmal zündet Maria Lausch in der Gedenkstätte eine Kerze an und stellt sich die Frage mit dem „blöden Wort“: Warum?
 
DS


 

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