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SF05/10
Newcomer 2010: Jungforscher greifen nach Goldmedaille

Blaualgen-Dünger: Ursprung-Schüler wollen bei US-Forscher-Kongress 1. Preis holen

„Forschungs-Newcomer“. Florian & Markus (re.), Schüler an der Salzburger Ursprung-Schule, präsentieren im April beim Wissenschaftskongress in Texas ihr goldverdächtiges Projekt: Blaualgen als Pflanzendünger. Warum die Schüler die Blaualgen nicht mit in die USA nehmen dürfen. Und welche Sensation sich in Ursprung ankündigt.


Die Einreisebestimmungen in die USA sind streng. Cyanobakterien, also Blaualgen, kommen „Amis“ nicht so einfach ins Land. Damit müssen Florian Hemetsberger, 18, und Markus Pendl, 19, leben. Denn eigentlich wollten die beiden Schüler die Blaualgen – das Herzstück ihres Forschungsprojekts – in die USA mitnehmen. Beide vertreten ihre Schule, die Land- und Forstwirtschaftliche Schule Ursprung in Elixhausen, beim Forscher-Kongress „I-Sweeep“ im April in Texas. „Obwohl wir die Cyanobakterien leider nicht mitnehmen dürfen, werden wir versuchen, uns mit unserem Stand gut zu präsentieren“, meint Florian zum SF. Schließlich gehen er und Markus ins Rennen um eine Goldmedaille (1. Platz), die dort für Wissenschaftsprojekte verliehen wird. Markus: „Eventuell werden wir in Texas Grafiken & Fotos der Versuche zeigen.“

Florian (l.) und Markus. Florian zum Projekt: „Meine Eltern haben eine Landwirtschaft,  das Thema betrifft mich daher auch persönlich.“ In der Freizeit spielen beide gerne Fußball. Fotos: HLFS Ursprung (5); P. Buchacher (2)
Florian (l.) und Markus. Florian zum Projekt: „Meine Eltern haben eine Landwirtschaft, das Thema betrifft mich daher auch persönlich.“ In der Freizeit spielen beide gerne Fußball. Fotos: HLFS Ursprung (5); P. Buchacher (2)



High-Tech-Labor gebaut

Ein ganzes Schuljahr lang haben Markus und Florian mit ihren Kollegen und ihrem Lehrer, Prof. Konrad Steiner, daran gearbeitet, Blaualgen als Pflanzendünger einzusetzen. 300 Arbeitsstunden wurden aufgewendet. Eine wichtige Arbeit: Denn die Herstellung des in der Landwirtschaft verwendeten Stickstoff-Düngers verschlingt jedes Jahr Millionen Tonnen an Erdöl. Das Erdöl wird aber knapper. Weltweit werden neue Dünge-Mittel statt dem herkömmlichen Stickstoff-Dünger gebraucht. Prof. Steiner: „Die Welt wird sich fragen: Wie ernähren wir die Menschen?“ Die Schüler hörten von Bakterien (Blaualgen), die Stickstoff binden – es entstand die Idee, zu versuchen, ob diese als Pflanzendünger einsetzbar sind. Eine frühere Lehrerwohnung in Ursprung wurde dafür zum High-Tech-Labor aufgemöbelt. Geforscht wurde u.a. mit ungiftigen Bakterienstämmen, die ihnen das Mondseer Institut für Gewässerkunde bereitstellte. Steiner: „Florian und Markus haben sich besonders reingekniet, als eine ganze Versuchsreihe nicht klappte. Sie ließen nicht locker.“ Mit einem Apparat wurden die Bakterien aber schließlich gezüchtet; durch Wärme (28 Grad) und Licht konnten die Bakterien innerhalb von fünf Tagen verdoppelt werden.

Wiens Gärtner interessiert

Ein Algensubstrat wurde erzeugt, das mit Gießwasser gemischt als Dünger eingesetzt werden könnte. Die Wiener Gärtner hatten Interesse daran, erzählt Steiner: „Für den Tomatenanbau wäre unser Substrat gut gewesen, letztlich ist das Produkt aber noch nicht ,serienreif‘, die erzeugten Mengen sind noch zu gering.“ Goldmedaillenreif ist das Projekt jedenfalls. Vielleicht klappt’s in Texas mit dem ersten Platz. Und dann gibt es wohl eine Party. Steiner: „Die Preise feiern wir gerne lustig.“


Pimp up my Enzym & mehr zu den Ursprung-Schülern

Lassen die Semesterferien sausen, um am dt. Max-Planck-Institut Ergebnisse ihres Projekts zu prüfen: Simone Reiter, 17 (i. Bild), aus Seekirchen, und Michael Grömer, 15, aus Anthering. Ihr Projekt dreht sich um Amylase; das sind Enzyme („Stoffe“). Die Industrie braucht Amylase für die Treibstoff-Herstellung. Den Forschern gelang es, neue Bauteile in den Amylase-Bauplan einzuführen. Ziel: Eine veränderte Amylase schaffen, die bei niedrigeren Temperaturen arbeitet. Ein Enzym soll gepimpt (verbessert) werden, um es energiesparender einzusetzen. Gelingt es, könnten viele CO2-Tonnen in der Industrie eingespart werden, weil die neue Amylase in der Treibstoffproduktion umweltfreundlicher arbeitet. Eine Sensation!


 
Paul Buchacher


 

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