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SF05/10 Eigener Strom, eigene Wärme: Das Energie-Wunderhaus in St. Johann
Das Haus von Grün-Politiker Rupert Fuchs erhält sich überwiegend selbst
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Solaranlage, eigenes Windrad: Das Haus von Grünen-Fraktionsobmann Rupert Fuchs in
St. Johann, das 350.000 Euro gekostet hat, kommt großteils ohne Fremdenergie aus.
Ganz ohne Fernwärme geht es zwar nicht, aber die Jahreskosten sind mit 100 Euro pro Jahr äußerst gering.
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 Windrad, Photovoltaik-Anlage, thermische Solaranlage: Das Besondere an dem Haus sei, dass die „Gratis-Energie von Sonne und Wind“ genutzt werde, erklärt Fuchs. Die Solaranlage etwa brachte 2009 einen Ertrag von 9674 Kilowattstunden, das entspräche 1000 Liter Öl, so der Grün-Politiker aus dem Pongau. |
Die Leute denken, so ein Energiehaus kostet wesentlich mehr als ein konventionelles Haus. Ein Irrglaube! Die Mehrkosten sind mit fünf Prozent nicht so groß“, sagt Grün-Politiker Rupert Fuchs über sein „Wunder-Energiehaus“ im
St. Johanner Vorort Maschl. Futuristisch mutet es an, mit seinen großen Glasfenstern, einem Windrad, einer thermischen Solar- und einer Photovoltaik-Anlage (diese wandelt Sonnenenergie mittels Solarzellen in elektrische Energie um). Das Besondere an dem Haus, das innerhalb von zwei Jahren gebaut wurde, ist, dass die „Gratis-Energie von Sonne und Wind“ genutzt wird, meint Fuchs. Großteils werden Strom und Wärme vom Haus selbst bereitgestellt. Wenn aber Wäsche waschen wegen des Schlechtwetters (zu wenig Sonne) und daher zu geringer Energiemenge einmal nicht möglich ist, „dann erledigt man das eben an einem anderen Tag, wo es wieder mehr Energie gibt“, so Fuchs, der auch als Energieberater tätig ist. In St. Johann gäbe es jedoch eine „geringere Luftverschmutzung und damit auch bessere Lichtverhältnisse. Eine Dunstglocke wie in der Stadt Salzburg wäre für Photovoltaik nicht gut, bei uns funktioniert das aber“, sagt Fuchs.
Baukosten des 200 Quadratmeter großen Domizils: 350.000 Euro, damit war es „nur“ um 10.000 Euro teurer als ein normales Haus, rechnet der Grün-Politiker dem SF vor. Die Solaranlage etwa brachte 2009 einen Ertrag von 9674 Kilowattstunden, das entspräche 1000 Liter Öl, erklärt Fuchs.
Da das Haus ja überwiegend „Energie-Selbstversorger“ ist, können Fuchs und seine Familie „Energie-und Betriebskosten einsparen, damit gleichen sich die Mehrkosten schon in sechs bis acht Jahren aus.“ Herzstück des Energie-Wunderhauses: die Betonkernaktivierung. Damit wird in der Hausdecke die Energie der Sonnentage gespeichert.
Kinder arbeiteten mit
 Familie Fuchs lebt im „Energie-Wunderhaus“: Im Bild: Rupert Fuchs, Ehefrau Anita, Sohn Rupert, 14 und Tochter Marina, 15. Das Haus wurde innerhalb von zwei Jahren erbaut, die Kinder halfen mit. Fotos (3): Privat/Fuchs Die ganze Familie – Ehefrau Anita, Sohn Rupert, 14 und Tochter Marina, 15 – arbeitete fleißig am Haus mit. „Die Familie hat sehr viel, etwa 70 Prozent, selbst am Haus gemacht. Die Kinder waren mit viel Spaß bei der Arbeit, haben etwa Lötarbeiten durchgeführt“, erzählt Fuchs. Damit und mit günstigen Baustoffen (Holzriegelbau, Zellulosefaserdämpfer) wurde bei den Kosten gespart. Wichtig für alle „Häuslbauer“, die ein ähnlich energiesparendes Haus im Sinn haben, sei die Beschaffung günstiger Baumaterialien, so Fuchs.
Finanziert worden sei sein Energiehaus u. a. über „Erspartes, einen Kredit und eine einmalige Förderung von 5000 Euro“, schildert Fuchs. Eine Wohnbauförderung habe er aber nicht bekommen: „Dafür war ich mit 45 zu alt. Ich finde, in der Politik sollte man sich noch mehr dafür einsetzen, dass Energiehäuser generell gefördert werden.“ Das frühere Domizil der Familie habe man verkauft. Geld aus dem Verkauf floss in den Bau des neuen Hauses. „Die Kinder wurden größer und sollten eigene Zimmer haben“, erklärt Rupert Fuchs seine Bestrebungen für das Energiehaus.
„Von Leuten belächelt“
 Auch der Garten des Hauses ist speziell mit freilaufenden Hühnern und einem „Insektenhotel“: Kleintiere wie Maikäfer beziehen hier ihr Domizil, halten lästige Blattläuse in Schach. Eigene Zimmer haben sie mittlerweile bekommen. Und zu Weihnachten gab es für den Junior ein Elektromoped. Der Herr Papa macht es vor: Fuchs fährt seit vielen Jahren mit einem Elektroauto und erntet dafür so manchen irritierten Blick. „Von manchen Leuten in St. Johann wird es belächelt, viele denken nicht, dass es funktioniert. Doch ich bin zufrieden. Die Akkus sind im tadellosen Zustand, ich lade sie zu Hause auf. Man kann zwar nicht drei Mal in den Ort fahren, um etwas einzukaufen, das muss man eben mit einer Fahrt in den Ort erledigen“, so Fuchs. Freilich: Für weitere Strecken gibt es ein zweites, mit Biodiesel betriebenes Auto, „die kann man nicht immer mit dem Elektroauto bewältigen“. Ganz ohne das Konventionelle geht es auch im Hause Fuchs nicht. Das Energiehaus ist nicht ganz autark (unabhängig), sondern ist an die Fernwärme angeschlossen und bezieht auch Strom von der Salzburg AG. Auch hier wird aber Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt: So gibt es Fernwärme auf Biomasse-Basis und Ökostrom. Denn wenn es „schneit und keine Sonne gibt, ist der Energieertrag an diesem Tag natürlich Null“, erklärt Fuchs dazu den Hintergrund. Mit der über die Betonkernaktivierung gewonnenen Energie der Sonnentage kann man zwar fünf Tage überbrücken, aber die Fernwärme ist nicht obsolet. Dennoch sind die Fernwärmekosten mit 100 Euro und die Stromkosten (Fremdenergie) mit 400 Euro pro Jahr sehr gering. Fuchs sieht das Haus als Investition in die Zukunft seiner Kinder: „In Zeiten, in denen sich eine Klimakatastrophe anbahnt und Energie knapper wird, will ich ihnen ein energiesparendes Haus hinterlassen, das sie sich von den Betriebskosten her leisten können.“
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