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SF04/10 Teurer Spaß: Versenkte Großprojekte
Das nicht existierende Spaßbad hat bisher rund eine Million Euro gekostet
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Versenkte Großprojekte kommen die Steuerzahler bereits in der Planungsphase teuer. Für das nie verwirklichte Spaßbad in Taxham wurde eine halbe Million Euro hingeblättert, für die bis heute fehlende Makartplatz-Neugestaltung sollen es immerhin fast 35.000 Euro gewesen sein.
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 Der Siegerentwurf für das versenkte futuristische Spaßbad in Taxham im Jahr 2002: eine halbe Million Planungskosten. Foto: SN/Ratzer – Grafik |
Es ist noch in schlechter Erinnerung: Im Vorjahr fand die lang diskutierte Neugestaltung des Residenzplatzes ein abruptes Ende. Im Frühjahr wurde das Vorhaben abgebrochen, man konnte sich nicht auf den geeigneten Belag für eine Pflasterung einigen (ursprünglich Flusssteine, der Bachsteinbeton fand keinen Anklang). Die Kosten von rund einer dreiviertel Million Euro in der Planungsphase mussten von der Stadt (wieder einmal) in den Wind geschrieben werden. Knapp 220.000 betrugen die Ausgaben für die Planung des Projekts durch ein Salzburger Architektenduo. Eine weitere halbe Million Euro musste für die archäologischen Grabungsarbeiten verwendet werden. Diese Arbeiten wären jedoch „früher oder später“ ohnehin angefallen, hieß es seitens der Stadt.
Nächstes Beispiel ist der Makartplatz: Für dessen neue Platzgestaltung wurde im Sommer 2001 ein Wettbewerb ausgerufen. In der Endphase sollen vier Architekten für ihren Entwurf je rund 8700 Euro erhalten haben, das macht Gesamtkosten von knapp 35.000 Euro. Das siegreiche Projekt zur Neugestaltung (Boris Podrecca aus Wien) hätte dann noch einmal rund 3,5 Millionen Euro gekostet (ohne den Garagenbau).
Eine Geschichte ohne Ende ist bisher das Spaßbad für die SalzburgerInnen, es ist aber dennoch bereits teuer gekommen. Die Kosten für die Planungsspiele bisher belaufen sich mindestens „auf rund eine Million Euro, ohne dass die SalzburgerInnen je ein Bad gesehen hätten“, so ein politischer Insider. Dabei seien die Kosten für die Studien und Berichte, die wochenlang in den Ämtern erstellt und bearbeitet worden seien, noch gar nicht miteingerechnet. Eine halbe Million Euro habe beispielsweise alleine die Planung für das Bad in Taxham vor einigen Jahren gekostet, das gewöhnungsbedürftige Sieger-Objekt (Kugel auf den Bolaringgründen) hätte noch einmal rund 30 Millionen Euro verschlungen. Bald war davon keine Rede mehr. Die Debatte um ein neues Spaßbad in Liefering gilt ebenfalls als beendet, das Gesamtprojekt mit Kosten von rund 50 Millionen Euro (unter Beteiligung der Umlandgemeinden) wurde versenkt. Statt dessen soll nun nach dem jüngsten Willen der Stadtpolitik das Paracelsusbades neu gebaut werden. Der Zeitpunkt der Umsetzung (der Denkmalschutz hat sich eingeschaltet) steht noch in den Sternen.
Stadtseilbahn auf den Untersberg
 Mit skurrilen Motiven auf Postkarten wurde im 19. Jahrhundert eine Vorschau ins moderne Salzburg gehalten: Auf einer utopischen Foto-Postkarte von 1899 (verzeichnet bei F. Gareis jun. in Wien) ist als Scherz u. a. festgehalten, wie zur Jahrtausendwende eine Seilbahn vom Kapuzinerberg auf die Untersberg-Burg führen soll. Weitere humorige Motive finden sich im „Kunstwerk des Monats, Blatt 226“ (von Erhard Koppensteiner), zu beziehen beim Salzburg Museum, Mozartplatz 1, zu einem Preis von einem Euro. Foto: privat
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