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SF04/10 Sinnlose Großprojekte: viele teure Studien, dann versenkt
U-Bahn, Unterflurtrassen, Citytunnel, Residenzplatz-Pflaster, Makartgarage, Spaßbad: alles für die Katz!
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Eines haben die versenkten Großprojekte gemeinsam: Sie verschwinden oft schnell in den Schubladen und kosten die Steuerzahler trotzdem viel Geld. Auch bei dem aktuell diskutierten
Projekt der oberirdischen Stadtbahn dürfte es nicht anders sein.
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Der Makartplatz wurde nie umgestaltet, dem Residenzplatz fehlt bis heute sein kompletter Belag, und das seit Jahrzehnten versprochene Spaßbad erinnert an „Loch Ness“ (ein Monster taucht angeblich immer wieder in dem örtlichen See in Schottland auf). Die Stadt Salzburg ist reich an Großprojekten, die oft genug wieder in der Versenkung verschwanden. Entweder fehlte das Geld oder sie waren ein Flop und politisch nicht durchsetzbar. Jetzt wird über die oberirdische Stadtregionalbahn debattiert, eine Straßenbahn durch Salzburg (von einer Expertengruppe im Rahmen eines „Masterplanes für 2030“ präsentiert). Details, Machbarkeit und genaue Linienführung fehlen, aber es wird schon darüber gestritten. Das Projekt wird wohl das Schicksal vieler anderer, gescheiterter Stadtvorhaben teilen. Erwin Krexhammer von der Salzburger Verkehrsplattform: „Nach den Expertenstreits, und weil in der Stadt politischer Mut fehlt, wird wie so oft nichts herauskommen.“ Dabei gäbe es auch eine rasch verwirklichbare, günstige Lösung in punkto Verkehrsmisere: mehr Busspuren einrichten. Dafür wäre die Infrastruktur schon vorhanden.
 Die Idee einer U-Bahn für Salzburg ist fast drei Jahrzehnte alt. Aktuell liegt das Konzept für die Stadtregionalbahn (RSB) vor, die vom Hauptbahnhof (Wendeanlage der Lokalbahn dient als Ausgangspunkt) unter der Salzach bis in die Akademiestraße unterirdisch führen könnte, ab dann oberirdisch bis zur Hellbrunner Brücke (rote Linie). Links im Bild als gelbe Linie die bereits bestehende S-Bahn. Im Bild unten führt die Lokalbahn als grüne Linie weg. |
Ständig wieder neue Großprojekte
Panoramalift auf den Mönchsberg als „neues Wahrzeichen“ kam nie zustande. Lokalbahnverlängerung scheitert am Geld. Als Paradebeispiele für Endlos-Diskussionen und das Scheitern von Großprojekten in Salzburg gelten der Citytunnel (Kapuzinerberg) und das Spaßbad. Selbst viele prämierte
Projekte verstauben in der Ablage.
 Zu einem Gerichtsakt ist die Umgestaltung des Makartplatzes geworden: ein Freilassinger Unternehmer hatte 2001 das Baurecht erhalten, der Spatenstich für die geplante Tiefgarage erfolgte nie, die Stadt klagte 2008. Das preisgekrönte Podrecca-Projekt für die Neugestaltung verstaubt.
Foto: SN/Visualisierung beyer.co.at – Grafik Präsentiert und verschwunden: Der Panoramalift auf den Mönchsberg, das Siegerprojekt von Delugan/ Meissl (2003), verstaubt. Foto: Repro: SN/Ratzer – Grafik Außer Spesen nichts gewesen: Das gilt für viele Projekte in der Landeshauptstadt in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten. Dasselbe Schicksal droht nun dem Großvorhaben einer Stadtregionalbahn, die als Straßenbahn durch Salzburg geführt werden könnte – so die jüngste Idee.
Das Projekt einer Stadtbahn für Salzburg ist uralt: Fast drei Jahrzehnte lang (seit 1981) wird an der Idee für eine U-Bahn in Salzburg getüftelt (70 Kilo wiegen Pläne und Gutachten mittlerweile). Aktuell liegt das Projekt für eine Regional-Stadtbahn vor (siehe Skizze rechts), die unterirdisch als Verlängerung der Lokalbahn geführt werde könnte. Darüber gibt es auch einen politischen Konsens in Salzburg. Aber das Projekt liegt auf Grund von Geldmangel derzeit auf Eis (der Bund müsste 80 Prozent der Investitionskosten von rund 350 Millionen Euro übernehmen). Auch im Stadtbudget selbst ist für heuer kein Geld zur weiteren Planung der Stadtbahn vorgesehen.
Nun taucht plötzlich die Idee einer oberirdisch geführten Trasse auf: Eine Straßenbahn könnte durch Salzburg führen. ÖVP-Stadtvize Harald Preuner findet es „ein interessantes Projekt“. Bürgerlisten-Stadtrat Johann Padutsch wiederum will die Frage (ob über- oder unterirdische Stadtbahn) „in aller Ruhe und in enger Zusammenarbeit mit der Salzburger Lokalbahn“ geklärt wissen, auf Basis eines vernünftigen, wirtschaftlichen Konzeptes.
Diese Vision von einer Straßenbahn durch Salzburg könnte so schnell platzen wie viele andere Projekte vorher, die den Steuerzahler bereits einiges an Geld gekostet haben (siehe Artikel unten „Teurer Spaß“). Eines der ältesten Vorhaben ist der Plan zum Bau des Kapuzinerbergtunnels oder Citytunnels (Nord-Süd-Verbindung der Stadtteile), der jetzt mit der oberirdischen Stadtbahn wieder ins Spiel gebracht wird und seit Jahren heftig umstritten ist.
Dessen Geschichte reicht weit zurück: Bereits 1947 war in einem Gemeinderats-Hauptausschuss die Errichtung eines Tunnels in Verlängerung der Nonntaler Brücke bis zur Franz-Josef-Straße beschlossen worden, mit dem Baubeginn im selben Jahr. Zwei Jahre später wurde das Projekt – wie könnte es anders sein – aus Geldmangel eingestellt.
Derzeit liegen die Planungskosten für den Tunnel durch den Kapuzinerberg bei rund 25 Millionen Euro. Das Projekt einer zentralen Busgarage im Berg (privatwirtschaftlich finanziert) käme ergänzend hinzu. Für eine Machbarkeitsstudie des Tunnels sollen bereits rund 60.000 Euro hingeblättert worden sein (die Kosten wurden geviertelt, zwischen Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Stadt und Land).
Zur unendlichen Geschichte gehört auch jene eines Spaßbades für Salzburg. Es hätte in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits in einigen Stadtteilen eine Heimat finden sollen (u. a. in Salzburg-Süd oder in Leopoldskron).
Prämiert und versenkt
Im Jahr 2002 war das futuristisch anmutende Projekt eines Architektenduos (Fuksas/Krieger) prämiert worden, es sollte auf den Bolaringgründen in Taxham verwirklicht werden (Kostenpunkt rund 30 Millionen Euro). Es folgte eine Flut von Debatten (nicht zuletzt über die Kosten) und das Siegermodell verschwand in der Schublade. Mittlerweile ist auch die Planung der letzten Jahre für ein großes Vergnügungsbad in Liefering (um rund 50 Millionen Euro) ad acta gelegt.
Für das Projekt Makartplatz wurde ebenfalls ein preisgekrönter Entwurf in die Versenkung geschickt. Es sollten eine Tiefgarage für rund 200 Stellplätze sowie ein neu gestalteter Platz entstehen, einem Freilassinger Unternehmer war ein exklusives Baurecht übertragen worden. Für die Neugestaltung des Platzes wurde der Wiener Architekt Boris Podrecca mit seinem Entwurf ausgezeichnet (zunächst als „Steinwüste“ kritisiert, dann überarbeitet). Es kam nie zum Spatenstich für den Bau der Garage, die Stadt brachte 2008 eine Klage ein. Der Platz bleibt inzwischen, wie er ist.
Ebenfalls prämiert und gescheitert: die Neugestaltung im Festspielbezirk. Der Max-Reinhardt-Platz war im Visier, ein international ausgeschriebener Wettbewerb ging an das Architektenteam „one room“. Es blieb die Entfernung des Sparkassenstöckls, das Anselm-Kiefer-Kunstobjekt wurde vom Furtwänglerpark an dessen Stelle verschoben. Im Jahr 2008 war die Umgestaltung abgeschlossen, eine Ähnlichkeit mit dem Siegerprojekt jedoch nicht mehr zu erkennen.
Der geplante Panoramalift auf den Mönchsberg wurde im Jahr 2003 als „neues Wahrzeichen“ der Stadt angepriesen (Projekt der Salzburg AG). Das Architektenduo Delugan/Meissl reüssierte mit seinem Entwurf. Die Vision, „in Glas und Stahl auf den Mönchsberg“, wurde jedoch nie verwirklicht. |
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