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SF04/10
Rauris und Gastein brauchen Geldspritze

Rauris hat riesiges und teures Kanalnetz

Bereits 14 Salzburger Gemeinden können ohne öffentliche Subventionen ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Zwei Transfergemeinden sind Rauris und Bad Gastein.


Rauris
Rauris

14 Gemeinden brauchen heuer öffentliche Mittel aus dem Gemeindeausgleichsfonds. Zu den „Verliererregionen“ zählen der Lungau, der nördliche Flachgau, abgelegene Talschaften, Orte an Transitstrecken und großflächige Gemeinden. Die Gründe: Bevölkerungsschwund, wenig Betriebe und Arbeit, sinkende Steuereinnahmen (minus 11,34 Prozent Ertragsanteile im Landesschnitt), während die Infrastruktur weitererhalten werden mus.
In der Pongauer Gemeinde Rauris klafft im 6,5-Mio-Euro-Budget ein Loch von 2 Mio. Euro. Die Marktgemeinde wird 250.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsfonds (GAF) benötigen, um die Pflichtaufgaben gewährleisten zu können.
Die größte Belastung sind die Kreditschulden für Baumaßnahmen (Schulen, Seniorenheim, Pflegeheim, neue Feuerwehrzentrale). In das große Kanalnetz – Rauris ist mit 253 Quadratkilometern Salzburgs größte Gemeinde – hat man in den letzten 25 Jahren 13 Mio. Euro investiert! Bürgermeister Robert Reiter (ÖVP): „Die Marktgemeinde befindet sich nicht unbedingt in einer Gunstlage, die geografische Lage ist sehr schwierig.“ Es gibt es keine Industrie und kein Gewerbe, 60 Prozent der Rauriser sind Pendler. Bis 2001 hatte man in Rauris stetig einen Zuzug. Seither stagniert die Einwohnerzahl. Dazu kommt die Krise: Trotz einer guten Tourismussaison und 450 neuen Hotelbetten rechnet man heuer mit einem kleinen Minus.

2011 noch schlimmer?

Rupert Reiter, Bürgermeister von Rauris (o.): „Wir befinden uns in keiner Gunstlage.“	Foto: Gem. Rauris
Rupert Reiter, Bürgermeister von Rauris (o.): „Wir befinden uns in keiner Gunstlage.“ Foto: Gem. Rauris
Bad Gastein muss 2010 schon zum zweiten Mal mit einem Sparbudget durchtauchen (Defizit 1 Mio. Euro, 200.000 Euro weniger bei den Bundesertragsanteilen). Trotzdem will man die wesentlichen Projekte durchziehen: die Sanierung der Wasserfallbrücke im Stadtzentrum, die Sanierung des Wasserleitungssystems, den Umbau des Kindergartens. Bürgermeister Gerhard Steinbauer (ÖVP): „Es wird eine schwierige Situation für uns. Wir sparen jetzt in der Verwaltung. Es soll keine Nachbesetzungen nach Abgängen mehr geben.“ Und: „2011 könnte sich die Situation sogar noch verschärfen“, befürchtet Steinbauer. Denn die Gemeinde verfügt über keine Rücklagen mehr. Aufgrund der exponierten Lage ist auch mit keinen Betriebsansiedlungen zu rechnen.
Laut Karin Draxl, Referatsleiterin der Gemeindeabteilung des Landes, brauchen viele Gemeinden neben den Haushaltsausgleichsmitteln zusätzlich auch noch hohe Projektförderungsmitteln, um überhaupt investieren zu können.





 
C. Archet


 

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