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SF04/10
ÖVP-Vizekanzler im SF-Interview: Keinen Mindestpreis für Milch

Preisregulierungen seien keine Antwort auf die Situation der Bauern

Im SF-Interview nimmt ÖVP-Vizekanzler Sepp Pröll zur Landwirtschaftskammerwahl in Salzburg Stellung. Einen Mindestpreis für Milch lehnt er ab.

ÖVP-Vizekanzler Pröll: „In Salzburg wird es für den Bauernbund schwieriger.“  Foto: SF/Stadler
ÖVP-Vizekanzler Pröll: „In Salzburg wird es für den Bauernbund schwieriger.“ Foto: SF/Stadler
SF: Herr Vizekanzler Pröll, ist die LWK-Wahl in Salzburg überhaupt von Bedeutung?

Pröll: Es ist eine wichtige Wahl, es wird die Interessenvertretung für die entscheidenden Jahre 2011 bis 2013 gewählt, wo die Weichen für die nächsten Förderprogramme gestellt und die EU-Agrargelder neu verteilt werden. Da braucht man eine schlagkräftige Interessenvertretung.

SF: In Niederösterreich, wo ebenfalls Landwirtschaftskammerwahlen anstehen, ist der ÖVP-Bauernbund quasi konkurrenzlos. In Salzburg ist es für den Bauernbund keine „g’mahte Wies’n“ – hier tritt der Unabhängige Bauernbund mit attraktiven Listen an.

Pröll: Der Bauernbund hat gut gearbeitet, ich glaube, dass der Bauernbund in Salzburg gewinnen kann. In Salzburg ist die Situation aber zweifelsohne schwieriger.

SF: Es gibt in Salzburg eine Reihe von ÖVP-Bauern, die bei den Unabhängigen Bauern kandidieren. Die mit dem Bauernbund unzufrieden sind, mit der ÖVP aber keine Probleme haben. Sind Parteiausschlüsse eine Antwort darauf?

Pröll: Als Bundesparteichef würde ich es niemals akzeptieren, dass beispielsweise ein ÖVP-Nationalrat auf der SPÖ-Nationalratsliste kandidiert. Wie in Salzburg vorgegangen wird, ist aber Sache des Salzburger Bauernbunds.

SF: Ein Grund für den Unmut der Bauern ist, dass es mit den Preisen einfach nicht mehr stimmt. Dass sie für ihre Produkte viel zu wenig bezahlt bekommen. Muss man da nicht auch bei den Preisen ansetzen, für Milch etwa einen Mindestpreis festsetzen?

Pröll: Für mich ist klar: Der Markt bestimmt den Preis, nicht die Politik.

SF: Dann gehen die Bauern unter ...

Pröll: Man muss mit Ausgleichszahlungen dafür sorgen, dass die Bauern nicht untergehen. Preisregulierungen sind keine adäquate Antwort auf die Situation der Bauern.

 


 

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