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SF04/10 "Die Bauern verlieren sonst die Freud´"
Bessere Preise – da müsste angesetzt werden
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Die Bauern müssen für ihre Produkte wieder mehr bezahlt bekommen – das will Franz Trickl erreichen, der beim Unabhängigen Bauernverband kandidiert. Mehrere Standbeine wie in den Gebirgsgauen, „das geht im Flachgau nicht“, sagt der Bäckerbauer aus Eugendorf.
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 Franz Trickl: Mit 40 Kühen und 40 Jungrindern hat er auf seinem Hof in Eugendorf alle Hände voll zu tun. Er kandidiert beim Unabhängigen Bauernverband: „Die Milchbauern im Flachgau sind zu wenig vertreten.“ Foto: Nicole Schuchter |
Warum er sich „das antut“, werde er von Bauern, von denen er auf seine Kandidatur angesprochen wird, immer wieder gefragt. „Weil es ständig Kritik gibt, die Milchbauern im Flachgau sind in der Landwirtschaftskammer zu wenig vertreten – aber wenn sich niemand bereit erklärt, zu kandidieren, dann ändert sich gar nichts“, sagt Franz Trickl, Bäckerbauer in Eugendorf, der für den Unabhängigen Bauernverband antritt. Es sei auch nicht leicht, Hof und Kammerpolitik unter einen Hut zu bringen: „Wenn du als Bauer von der Milch leben musst – und im Flachgau müssen das die Bauern – bist du voll mit der Arbeit am Hof eingedeckt, für die Politik bleibt da keine Zeit.“
Er will es dennoch angehen, obwohl er mit 40 Kühen und 40 Jungrindern einer von den größeren Milchbauern im Flachgau ist und auf seinem Betrieb alle Hände voll zu tun hat.
Zentrale Forderung müsse sein, „dass es mit den Preisen wieder stimmt, dass die Bauern für die Produkte so viel bezahlt bekommen, dass es sich lohnt, Bauer zu sein“, skizziert Trickl seine Vorstellungen. „Wenn das nicht der Fall ist, freut es einem ja gar nicht mehr, Bauer zu sein.“ Bei der Talfahrt der Milchpreise, die immer noch nicht zu Ende ist und mit denen nicht einmal die Gestehungskosten abgedeckt sind, sei vielen ohnehin die Freude schon vergangen. „Es gibt viele Junge, die sagen, das interessiert mich nicht mehr.“
Die Preise sind entscheidend
Gerade für die Milchbauern im Flachgau sei der Milchpreis entscheidend, „davon leben die Bauern schließlich“. Bei den Preisen werde in der Kammerpolitik aber zu wenig angesetzt: „Man bekommt immer nur zu hören, ,Ausgleichszahlungen, das brauchen wir‘ “, kritisiert Trickl die Politik der Salzburger Landwirtschaftskammer, in der der ÖVP-Bauernbund die absolute Mehrheit hat. „Es ist schon richtig, Ausgleichszahlungen sind wichtig, das will ich gar nicht bestreiten. Es ist aber auch wichtig, dass die Preise wieder nach oben gehen und nicht noch weiter hinunter.“
Und auf mehreren Standbeinen zu stehen, wie das LWK-Vizepräsidentin Elisabeth Hölzl propagiere (in einem Bericht in der Kronenzeitung), das sei vielleicht bei den Bauern in den Gebirgsgauen möglich, bei den Bauern im Flachgau aber nicht. Trickl: „Im Flachgau geht das nicht so einfach, eine Gästepension zu betreiben, wir haben auch nicht Skilifte, bei denen man etwas verdienen kann, und keine Alm, wo man im Sommer die Butter verkaufen kann.“ (Hölzl betreibt neben ihrem Hof in Eben eine große Gästepension, an die dortige Liftgesellschaft hat sie einen Grund als Parkplatz verpachtet.)
Preise, „die den Bauern bei uns das Überleben sichern“ – das ist es, was der Eugendorfer erreichen will: „Dass man das hinkriegt, dass man sagt, der Bauer muss von seinen Produkten leben können, und die Produkte haben einen entsprechenden Preis.“
Als Unabhängiger mehr Möglichkeiten
Für einen fairen Milchpreis kämpft er auch bereits in der IG-Milch (einer unabhängigen Interessengemeinschaft der Milchbauern), in der er seit einigen Jahren aktiv ist. Beim Unabhängigen Bauernverband sehe er eine Möglichkeit, auch in der Interessenvertretung in diese Richtung etwas weiterzubringen. „Als unabhängiger Bauer kann ich in der Bezirksbauernkammer Anträge einbringen, die sich ein anderer nicht einzubringen traut.“ Dass er dazu Gelegenheit haben wird, davon ist auszugehen: In der Flachgauer Bezirksbauernkammer hat der Unabhängige Bauernverband auch bisher bereits ein Mandat (das Otto Furthner innehat). Und er ist, vor Furthner, auf dem ersten Listenplatz.
Einen Bericht beziehungsweise ein Video über Franz Trickl finden Sie auch auf www.salzburg24.at |
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