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SF05/10
Gnadenalm - Leckriedel

Wandern und Bergsteigen – von Thomas Neuhold


Anstieg zum Leckriedel am Beginn des Tauernleitenkars mit Bärenstaffl und Steinfeldspitz im Hintergrund. Foto: Neuhold
Anstieg zum Leckriedel am Beginn des Tauernleitenkars mit Bärenstaffl und Steinfeldspitz im Hintergrund. Foto: Neuhold

Die Auswahlkriterien, welche Skitour in einen Skitourenführer aufgenommen wird und welche eben nicht, bleiben ein ewiges Mysterium. Die einen (siehe den zuletzt an dieser Stelle vorgestellten neuen Rother-Skitourenführer „Kärnten West“) setzen in erster Linie auf Bewährtes und präsentieren überwiegend Standardtouren verschiedenster Schwierigkeiten. Sicherlich ein sinnvolles Konzept, vor allem für jene, die nur ab und an in eine gewisse Region kommen. Andere Autoren scheinen sich primär an der vorhandenen Literatur zu orientieren: Was die Kollegen haben, sollte im eigenen Führerwerk auch enthalten sein. So oder so – damit findet sich in vielen Tourenführern ein quasi fast identisches Inhaltsverzeichnis.
Damit kein Missverständnis aufkommt: Natürlich soll es weiterhin den einen oder anderen Geheimtipp geben. Gerade bei den schwierigeren Touren muss nicht gleich jede anspruchsvolle Variante, jede Steilrinne breit unters Volk gestreut werden. Aber so einfache Routen, wie jene auf den 1846 Meter hohen Leckriedel am Kamm zwischen Zauchensee und dem Taurachtal, verdienten wahrlich mehr Aufmerksamkeit. Ist doch gerade der Leckriedel auch für Anfänger und Ungeübte bestens geeignet. Der Autor hat die Tour jedenfalls in keiner ihm bekannten Printpublikation (wohl aber im Netz auf www.alpintouren.com) gefunden.
Auf den Leckriedel: Ausgangspunkt ist die Vordergnadenalm (bewirtschaftet, Zufahrt über die B99 über den Radstädter Tauern, Abzweigung Gnadenbrücke auf 1272 Meter Seehöhe). Von hier über freie Wiesen nach Nordwesten (Wegweiser und Rodelbahn) in einen flachen Sattel an den Waldrand heran. Nun am Sommerweg, oder steiler entlang der Stromleitungsschneise diesen abkürzend, nach Westen Richtung Tauernkarleitenalm. Nachdem man den Wald verlassen hat, aber nicht zu den Almhütten, sondern schon vorher in das flache Kar nach Nordwesten abbiegen und in Richtung einer weithin sichtbaren Jagdhütte wandern. Hinter dieser Hütte, die auf einer flachen Anhöhe steht, mäßig steil nordwestwärts auf den unbedeutenden Gipfel.
Abfahrt wie Anstieg.
Variante: Die Tour lässt sich um gute 200 Höhenmeter verlängern (lohnend!), wenn man nach der Abfahrt bis kurz vor die Jagdhütte die zweite nördlich gelegene Gipfelkuppe ebenfalls besteigt. Am einfachsten ist dies aus der Einsattelung zwischen den zwei Gipfelkuppen heraus.

Anforderung: Einfache Hochwintertour, auch für Anfänger geeignet. 600 Höhenmeter und eineinhalb Stunden im Anstieg.

Karten: Kompass Nr. 50, Kartenset „Nationalpark Hohe Tauern“, 1:50.000. AV-Karte Nr. 45/2, „Niedere Tauern II“, 1:50.000.

Einkehrschwung: Gnadenalm, +43(0)6456-7351, www.gnadenalm.at

Lawinenlagebericht: +43-662-1588 oder www.lawine.salzburg.at



Auf Schneeschuhen im Nationalpark

Extra: Winterwanderungen

Wer nicht mit den Skiern in das winterliche Gebirge will, wird auf Schneeschuhe zurückgreifen (müssen). Auch heuer gibt es wieder die Möglichkeit – geführt von Nationalpark-Rangern – die winterliche Landschaft des Nationalparks Hohe Tauern zu erkunden. Ziel sind die imposanten Tauerntäler und ganz nebenbei erfährt man dabei von den Rangern Wissenswertes über die Wildtiere, Pflanzen und die Geologie des Gebietes. Die Nationalparkverwaltung Hohe Tauern bietet bis Ende März von Dienstag bis Freitag verschiedene Exkursionen an.
Jeden Dienstag geht es von Hüttschlag aus mit Schneeschuhen ins hintere Großarltal (Schödertal). Das Hüttwinkltal steht am Mittwoch auf dem Exkursionsprogramm. Die verschneite Landschaft im Raurisertal lädt richtiggehend ein, mit Schneeschuhen unterwegs zu sein.
Am Mittwoch geht es dann durch das Wasenmoos oberhalb von Mittersill und bis 25. März sind die Nationalpark-Ranger jeden Donnerstag in den Sulzbachtälern bei Neukirchen unterwegs. Der Winter verwandelt das Ober- und Untersulzbachtal am Fuße des Großvenedigers mit seinen urtümlichen Wäldern und den vereisten Wasserläufen in eine grandiose Landschaft. Und schließlich Freitag: Da werden gleich zwei Exkursionen angeboten. Entweder ins hintere Stubachtal (Gemeinde Uttendorf) oder ins Fuschertal, wo die Gipfel von Tenn, Wiesbachhorn und andere Dreitausender auf engstem Raum beieinander stehen.
Darüber hinaus gibt es noch Ausflüge an den Wochenenden von Kolm-Saigurn aus ins hintere Raurisertal oder man unternimmt gleich eine zweitägige Wanderung im Krimmler Achental und erkundet so das – zumindest aus Sicht des Autors dieser Zeilen – faszinierendste Tauerntal.


Informationen und Anmeldungen:
+43/6562/40849, nationalpark@salzburg.gv.at und www.hohetauern.at

 


 

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