Pflegende Angehörige kurzfristig entlasten

Diese Form der Betreuung gibt beiden Seiten ein Gefühl der Sicherheit.

Die Senioren von heute bleiben gerne so lange wie möglich zu Hause. Sie begeben sich erst dann in eine Pflegeeinrichtung, wenn es keine andere Alternative mehr gibt. „Damit hat sich auch in der Pflege einiges verschoben“, sagt Egon Gartner, verantwortlich für die Seniorenarbeit innerhalb der Diakonie Salzburg, „das Durchschnittsalter der Bewohner ist deutlich gestiegen, viele von ihnen sind außerdem stark pflegebedürftig.“

Ein breites Angebot mobiler Pflegedienste, wie die Hauskrankenpflege, Haushaltshilfe oder Essen auf Rädern erleichtert den Verbleib im gewohnten Umfeld. Auch für pflegende Angehörige ist das eine große Unterstützung. Ein Großteil der Pflege – rund 80 Prozent – wird immer noch vom privaten Umfeld übernommen.

Dass Menschen dabei häufig an ihre Belastungsgrenze stoßen, ist nicht verwunderlich. Erleichterung schafft hier das Angebot der Kurzzeitpflege. Pflegebedürftige Personen können in einer entsprechenden Einrichtung bis zu vier Wochen untergebracht werden, damit ihre Angehörigen währenddessen etwa auf Urlaub fahren oder einfach ein paar Tage entspannen können. „Die Nachfrage ist hier sehr groß“, so Gartner, „wir können den tatsächlichen Bedarf derzeit längst nicht decken.“

Schwieriger ist es noch im Falle einer plötzlichen, aber vorübergehenden Erkrankung des mit der Pflege betrauten Angehörigen. „So etwas lässt sich nicht planen“, beteuert Karin Donnerbauer, die bei der Diakonie für die mobile Betreuung verantwortlich ist, „dafür bräuchte es spezielle Kurzzeitpflegeplätze für Notfälle. So weit es absehbar ist, sollte man sich also rechtzeitig um einen geeigneten Pflegeplatz umschauen.“

Im übrigen bietet auch die Möglichkeit der Tagesbetreuung eine Entlastung für Angehörige. Hier sind die Pflegebedürftigen tagsüber in das Umfeld einer Seniorenwohnanlage eingebettet und nehmen, je nach Gesundheitszustand, an gemeinsamen Aktivitäten teil, bzw. werden ihren Bedürfnissen entsprechend betreut. Die Nächte verbringen sie in ihrem gewohnten Umfeld.

An wie vielen Tagen pro Woche das so gehandhabt wird, bleibt den Betroffenen selbst überlassen. Laut Gartner genießen die meisten Senioren dieses Angebot richtig: „Es ist so eine Art Wellnesstag für sie, wo sie mit anderen zusammen aktiv sind.“

Vom Land Salzburg gibt es für einen Kurzzeitaufenthalt in einem Seniorenpflegeheim eine finanzielle Unterstützung. Der Zuschuss ist vom Einkommen unabhängig und beträgt derzeit 50 Euro pro Tag. Er kann für maximal 14 Tage pro Jahr in Anspruch genommen werden.

Digitalisierung in der Pflege

Experten gehen davon aus, dass die Digitalisierung auch neue Therapiemöglichkeiten eröffnet. Versuche mit dem Roboter „Coach Pepper“, der mit Patienten
kommunizieren und auf sie reagieren kann, lassen diesen Schluss jedenfalls zu.
90plus: Die steigende Lebenserwartung führt zu neuen Herausforderungen in der Pflege. Das Durchschnittsalter der Bewohner einer Senioreneinrichtung ist gestiegen, die Aufenthaltsdauer wird immer kürzer.

Von Michaela Pircher

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