Ein Pfleger reicht? Als ginge noch weniger!

In Seniorenheimen der Stadt Salzburg trägt nachts eine Pflegekraft die Verantwortung für 50 Senioren und mehr.

Wenn Salzburgs Sozialstadträtin Anja Hagenauer sagt „Wir erfüllen beim Nachtdienst die personellen Mindestanforderungen“, hat sie recht. Nur: Weniger als eine Person kann sowieso nicht auf ein Haus voller Senioren aufpassen. Mehr wären ein Gebot der Stunde.

Die Pflegearbeit ist fordernder geworden. „Die Bewohner werden immer betagter und betreuungsintensiver. Das wirkt sich in der Nacht besonders aus“, schildert Michael Duhatschek, oberster Personalvertreter der Salzburger Gemeindebediensteten. Für viele Pflegerinnen und Pfleger ist es sehr belastend, wenn sie nachts für 50 und mehr alte Menschen die Verantwortung tragen. Anja Hagenauers Vorschlag, den Spätdienst in den Heimen bis 21.30 Uhr auszuweiten, bringt die Personalvertretung freilich nicht zum Jubeln. Da müsse die Stadt erst Gespräche anbieten.

Diese Zurückhaltung scheint kein stures Beharren auf alten Dienstplänen zu sein. „Wir müssen das vorhandene Personal schützen“, sagt Duhatschek.  Viele Pflegekräfte sind überarbeitet oder haben die Altenpflege verlassen. Die Heime brauchen dringend mehr Personal. Jetzt fordern alle: „Wir müssen mehr Menschen zu Pflegekräften ausbilden.“ Das Land will  die positiven Aspekte des Berufs bewerben. Konkrete Änderungen täten auch not. Etwa, nachts mehr als einen Pfleger pro Heim vorzuschreiben.

1 Kommentar

  1. Martin M. Antworten

    „Katastrophen vorprogrammiert“ – ist das Einzige, was mir zu den (mehreren) Artikeln über die Salzburger Pflegeheime einfällt. Egal, ob jetzt der Notfunk nicht gehört wird und ein/e Heimbewohner*in vielleicht die ganze Nacht am Balkon SEINES Zimmers liegt oder ob in der Nacht ein Brand im Heim ausbricht und ein/e Pfleger*in 140 Insassen evakuieren UND die Feuerwehr einweisen soll: wer trägt denn die Verantwortung??? Oder anders: ich verstehe, wenn Pfleger*innen nicht Nachtdienst machen wollen – weil sie auch nur beim geringsten Zweifel (Fahrlässigkeit?) an ihnen hängen bleibt!
    Lösungsvorschlag: Zivildiener oder (anerkannte) Migranten könnten dafür sorgen, dass der Nachtdienst stärker besetzt ist. Gleichzeitig können sie ihre Mindestsicherung rechtfertigen, Deutsch üben UND die Heimbewohner „dürfen“ dabei länger als bis 18 Uhr aufbleiben. Was wohl die Pflege-Gewerkschaft dazu sagt – ???

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