Die Schafe frieren heuer kaum

Wie die Schafskälte zu ihrem Namen gekommen ist und was dahinter steckt, erklärt Wetterfex Alexander Ohms.

Eigentlich befindet sich das Salzburger Wetter schon seit Anfang April im Sommermodus, markantere Kaltlufteinbrüche sind seither ausgeblieben. Die kühleren und feuchteren Verhältnisse in dieser Woche sind daher ungewohnt.
Dabei von Schafskälte zu sprechen, wäre aber wohl übertrieben: Richtig ins Frieren kommen auch die frisch geschorenen Schafe auf den Almen kaum, die Temperaturen gehen lediglich auf ein der Jahreszeit entsprechendes Niveau zurück. Im Gegensatz zu den Eisheiligen oder zum Weihnachtstauwetter ist die Schafskälte im
Juni nicht an einem exakt definierten Zeitraum festzumachen. Dennoch gehört auch sie zu den meteorologischen „Singularitäten“ – das sind Wetterphänomene, die sich in den meisten Jahren zur selben Zeit wiederholen. Durch langjährige Beobachtung haben bereits unsere Vorfahren festgestellt, dass es zu bestimmten Jahreszeiten ungewöhnliche Witterungsschwankungen gibt. Diese Zusammenhänge wurden dann den Nachkommen überliefert.

Der Hintergrund der Schafskälte: Im Juni lagert in der Polarregion immer noch Kaltluft, die nur darauf wartet, bei einer Winddrehung auf Nord in den Alpenraum vorzustoßen. Auch jahrzehntelange Temperaturmessreihen bilden die Schafskälte gut ab – wie die Eisheiligen sorgt sie für eine Delle im sonst dominanten frühsommerlichen Aufwärtstrend der Temperatur. Die „Schafskälte ultra light“ in dieser Woche dürfte aufgrund der gleichzeitigen Niederschläge großteils willkommen sein: Im Flachgau fehlen aus den letzten drei Monaten immerhin 200 Liter Regen pro Quadratmeter – diese Trockenheit wird jetzt etwas gelindert.

Die Woche

Kühl und regnerisch, das Wochenende  sollte  Sonnenschein und höhere Temperaturen bringen.

Aktivitätstipp:

Während der unbeständigen Tage zur Wochenmitte versäumt man nicht viel, wenn man Liegengebliebenes im Büro aufarbeitet. Am Wochenende könnte  schon wieder die Badekleidung in Mode kommen.

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