Keine Tiere nach Afrika karren

FPS-Chef Karl Schnell kritisiert Lebendtransporte aus EU-Ländern.

Die  Lebendtiertransporte von Kühen aus der EU in den Nahen Osten seien eine Schande, sagt der Arzt und Politiker Karl Schnell.

Die Praktiken der Nutztierzucht, ich nenne nur das Schreddern von Küken, geraten immer stärker in die Kritik. Warum schweigt die Politik?

Karl Schnell: Vielleicht deshalb, weil es derartig grausam ist, was der  Mensch den Tieren antut. Ich habe mir letzthin im Fernsehen eine Reportage  über Lebendtiertransporte angeschaut. Ich sage offen, bei diesem Film sind mir die Tränen gekommen. Diese Transporte von  Kühen und Kälbern über tausende Kilometer aus der EU in den arabischen und afrikanischen Raum sind grauenhaft. Die Tiere stehen zusammengepfercht in Lkws,  leiden Hunger, haben Durst  und  werden vor der Schächtung an einem Bein hochgezogen. Es reißt ihnen die Gelenke aus, man schneidet ihnen die Sehnen durch, sticht die Augen aus. Es ist so bestialisch, kaum vorstellbar. Diese Umstände sind der Europäischen Union bekannt, das hat man an den Reaktionen der Verantwortlichen gemerkt. Ich habe mich geschämt, ein Europäer zu sein.

Was kann das Land Salzburg tun?
Wir sind im Landtag immer gegen die Lebendtiertransporte aufgetreten. Man könnte zum Beispiel verbieten, dass solche Ferntransporte bei uns durchfahren, man muss es sich halt trauen. Dazu muss der Landtag aufstehen, dazu gibt es die Landeshauptleutekonferenz. Und wenn man schon Fleisch über tausende Kilometer transportieren will, dann wenigstens nicht lebend.

Ein anderes Thema ist die überbordende Bürokratie.
Nur ein Beispiel, die Allergenverordnung: Ich bin damals draufgekommen, dass wir die gar nicht übernehmen hätten müssen. Ich habe auch im Landtag gesagt: Das war ein Fehler, das müssen wir zurücknehmen. Die anderen Fraktionen haben nur gesagt: Das geht nicht, das kommt von der EU. In anderen Ländern tut man nicht alles, was von Brüssel kommt. Nur Österreich macht immer den Musterknaben.

Was ist im Gesundheitswesen zu tun?
Die Politik hat ein an sich gutes Gesundheitswesen mit Bürokratie überzogen. Das Krankenhaus Mittersill ist ein gutes Beispiel. Dort wurde die Verwaltung aufgebläht, mit Bettenkoordinator, Designer, Kontroller. Man hat die Kosten von der medizinischen Seite hin zur Verwaltung verlagert. Das ist völlig sinnlos.

Wie steht es um Fragen der Sicherheit?
Die Grenzöffnung 2015 war ein Rechtsbruch. Jetzt sehen wir die Folgen, die Sicherheit im öffentlichen Raum ist gesunken. Es gibt Messerangriffe, auch unter Asylwerbern selbst. Da besteht großer Handlungsbedarf der Politik.

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