Kratzig, schroff und kraftvoll

Wacholder ist nicht nur im Gin ein Gewinn

Der Wacholder ist ein kratziges Gestrüpp. Er verträgt sich nicht mit jedem, das spüren Pflanzen in seiner Nachbarschaft schnell. Die verschwinden dann meistens einfach.

Genau so machen es auch die Bakterien in den Harnwegen, wenn ätherische Öle vom Wacholder auf sie zukommen. Die machen sich lieber aus dem Staub!

Der Wacholder ist kraftvoll und stark, genau so wirken auch seine Beeren in der Verdauung. In der Küche tut sich der Wacholder auch gerne mit dem Deftigen zusammen.

Mich erinnert der Duft der Beeren stets an Gin und andere Bargetränke, wo er sein intensives Aroma hinterlässt. Ob Aperitif oder Digestiv, die schlichte Beere spielt eine kräftige Rolle. Im ersten Moment noch süß, gefolgt von würzig und dann verabschiedet sie sich mit einem Schub Bitterkeit.

Wer die ganze Stärke des Wacholders spüren möchte, der sollte die Wacholderbeerenkur machen. Die ist einfach und wirksam, genau so, wie wir uns Hausmittel wünschen.

Ich spüre dabei die Wärme, die der Wacholder verbreitet. Irgendwie scheint jede Zelle aktiviert zu werden. Angeblich lösen Wacholderbeeren auch Muskelverspannungen, das kann auch nicht schaden. Im Mund beruhigen und pflegen die ätherischen Öle vom Wacholder die Schleimhaut. Und natürlich die Entwässerung, die kann ich sogar beobachten. Was noch für die Wacholderbeeren spricht: sie reizen das Gewebe in den Nieren nicht, wie früher gedacht wurde, und trotzdem helfen sie, unnötiges Wasser loszuwerden!

Aber hier die Wacholderbeerenkur: Am ersten Tag werden 3 Wacholderbeeren während des Tages gekaut. Jeden Tag kommt eine Beeren dazu bis zu 20 Stück am Tag. Dann wieder absteigend bis zur ursprünglichen Menge.

„Iss Kranawitt und Bibernell, so stibrst nit so schnell“   oder so ähnlich heißt es ja schon lange.

Ernährungswissenschafterin Karin Buchart gründete die Traditionelle Europäische Heilkunde, TEH, in Unken. Mail: salbei@teh.at