Stadt-Firma mit vier Geschäftsführern

Politspitzen klären Zulagen der Gswb-Chefs. Wer macht die Arbeit in der städtischen Liegenschaftsverwaltung?

Diesen Montag fand (nach Redaktionsschluss) im Schloss Mirabell ein Spitzengespräch in Sachen Gswb statt. Landesvize Christian Stöckl sprach mit  Stadtchef Harald Preuner (beide ÖVP) und Anja Hagenauer über die Bezüge der  Gswb-Direktoren Christian Wintersteller und Bernhard Kopf. Denn die bezeichnet der Landesrechnungshof als überhöht.

Firma hat seit Jahren zwei Chefs

Es geht laut Stöckl um eine Zulage von monatlich rund 700 Euro brutto, die Kopf und Wintersteller für ihre Geschäftsführertätigkeit in der städtischen Liegenschaftsverwaltung kassieren. Der Haken: Die ausgelagerte Stadt-Tochter KgL hat seit Jahren bereits zwei andere Geschäftsführer aus den Reihen des Gswb-Personals.

Bezüge geprüft

Zur Vorgeschichte: Laut Rechnungshofdirektor Ludwig Hillinger lagen die Gagen ab 2012 über der gesetzlichen Höchstgrenze (dem Endbezug eines Sektionschefs). Dies sei vermutlich auf eine Vertragsanpassung bei den Biennalsprüngen zurückzuführen, mutmaßte Hillinger, der Stöckl gegenüber intern stets auf der Fehlerhaftigkeit beharrte. Doch Stöckls Finanzabteilungsleiter prüfte die Bezüge und befand sie als korrekt. Hillinger monierte, dass „das ganze Vertragskonstrukt nicht sauber geprüft wurde. Man sagte dann nämlich, die Mehrvergütung gelte für die Geschäftsführung in der KgL. Dort standen die Gswb-Direktoren aber nicht einmal im Firmenbuch.“ Als dies auch Finanzchef Stöckl entdeckte, sprach er von einer „absurden Situation“, das SF berichtete.

SPÖ: „Stunden nachweisen“

Aus Stöckls Büro hieß es nun, man wolle „eine klare Lösung. Wenn die Direktoren Geschäftsführer der KgL sind, müssen sie auch die Arbeit machen und im Firmenbuch stehen.“
Von Seiten der SPÖ ist Widerstand zu erwarten. Denn Gswb-Aufsichtsrätin Anja Hagenauer führt einen heftigen Kleinkrieg um Reformen in der Gswb.
Es brauche keine vier Geschäftsführer in der  städtischen Liegenschaftsverwaltung, meint   SPÖ-Vizebürgermeister Bernhard Auinger:  „Der jetzige Geschäftsführer macht seine Arbeit nicht so schlecht. Wir wollen wissen, wie viele Stunden  die Gswb-Direktoren für die KgL gearbeitet  haben. Das  wird  man wohl nachweisen können.“ Wintersteller und Kopf äußerten sich aktuell nicht. In früheren Stellungnahmen sagten sie: Ihre Bezüge seien rechtskonform, sie schöpften die mögliche Gehaltserhöhung von bis zu 25 Prozent gar nicht aus.

Sonja Wenger