Fremder Islam: Religion ist nicht nur Privatsache

Ein Mann ruft drei Mal laut „talaq“ und ist geschieden. Die Ehefrau steht ohne Rechte und mit leeren Händen da.

Ihr wird die Obsorge für die Kinder weggenommen. In fundamental-islamischen Ländern sind solch archaische Rituale gelebte Praxis. Wenn Ämter und Gerichte in Salzburg so etwas akzeptieren, ist das ein Skandal.

Der Fall aus der dieswöchigen Aufmachergeschichte zeigt aber mehr als behördliches Versagen auf – nämlich ein schwelendes gesellschaftliches Problem. Muslime, die sich apodiktisch an der Scharia orientieren, sind ein Fremdkörper in westlichen Ländern, einer mit dem sich nicht nur Behörden, sondern auch die Menschen schwer tun.

Im Gegensatz zu moderaten Glaubensgenossen sind sie kaum bis gar nicht integrierbar. Zu weit klafft das Weltbild auseinander, zu groß sind die Vorbehalte gegenüber der Mehrheitsbevölkerung. Und umgekehrt – Fälle wie der geschilderte schüren die Angst vor einer schleichenden Islamisierung und die Wut auf einen Sozialstaat, der Leute unterstützt, die sich ganz und gar nicht an hiesige Regeln gebunden fühlen. Darunter leiden letztlich alle Muslime – auch und vor allem die modernen, die integrationswilligen.

Die Religion als Privatsache zu rechtfertigen, greift hier zu kurz. Eine Gesellschaft darf, sie muss an gewissen Stellen eingreifen, damit sie weiter gut funktionieren kann. Oder man schaut der Entstehung einer weiteren Parallelgesellschaft zu.

Von Michael Minichberger