Kugelrund ist ungesund

Wie man Haustieren beim Abspecken hilft.

Auch wenn gerade die Fastenzeit beginnt: Radikaldiäten sind für adipöse Stubentiger und fettleibige Wuffis schlecht, so viel gleich vorweg. Wer die Futterrationen für Hund und Katz radikal reduziert, tut sich und seinem Tier nichts Gutes. Das fördert den Heißhunger, der Vierbeiner wird ständig um Futter betteln. Auch könne es sein, dass der Stoffwechsel falsch reagiere, warnt die Salzburger Tierärztin Mascha Raits. Wie der Mensch verliert auch das Tier als erstes  Wasser.

40 Prozent sind übergewichtig

Gewicht reduzieren sollte es trotzdem, denn zu viele Kilos setzen dem Tier zu. Gelenksprobleme, verfettete Organe und vor allem Diabetes können die Folge sein. Das schränkt   Lebensqualität und  -dauer ein.
In den Industrieländern Mitteleuropas dürften 40 Prozent der Hunde und Katzen übergewichtig sein, schätzen Experten. Auch in die Praxis von Mascha Raits werden öfters dicke Tiere gebracht. Meist sind die Ursachen zu viel oder falsches Futter sowie mangelnde Bewegung. Es kann auch eine organische Erkrankung zugrunde liegen, weshalb man  die Ursache vom Tierarzt abklären lassen sollte.  Ist der Grund gefunden, erstellt der Arzt einen Diätplan – was nicht heißt, dass das Tier hungern muss. Raits: „Es gibt Diätfutter, das hat einen höheren Ballaststoffanteil. Es macht satt, aber nicht dick.“

Sieht man die Taille?

Woran erkennt man, ob ein Tier übergewichtig ist? „Beim Hund sollte man die Rippen leicht spüren, auch eine Taille sollte sichtbar sein.“ Der Stoffwechsel ist je nach Tier verschieden. Manche Rassen neigen eher zu Übergewicht als andere. Pudel sind schwerfüttrig, ein Retriever hingegen „frisst für sein Leben gern“.

Gassi gehen, spielen

Tägliche Bewegung ist ein Muss. Ist der Hund zu dick, sollte man mit kurzen Spaziergängen in der Ebene beginnen und diese langsam steigern, empfiehlt Raits. Doch wie motiviert man Katzen zu Bewegung? Junge kann man mit ihrem Spieltrieb ködern. Spielzeug an eine Angel gehängt, und schon jagen sie hinterher. Bei älteren wird es schwieriger. Versuchen sollte man es trotzdem – aus Liebe zum Tier. Es gibt auch spezielle Futterbälle und -labyrinthe, wo sich Hund und Katze ihr Futter „erarbeiten“ müssen. Sie fressen dadurch langsamer, was gut für den Sättigungseffekt ist.

Vorsicht beim Selber-Kochen

Wer selbst für sein Tier kocht, dem rät Raits zu Vorsicht. Je nach Lebensabschnitt hat das Tier andere Ansprüche ans Futter. Kommerzielle Tiernahrung aus dem Geschäft enthalte hingegen alles, was nötig sei. In Ausnahmefällen könne man abgekochtes Fleisch füttern, ohne Gewürze und Kohlehydrate (Reis, Kartoffeln, etc. machen dick). Selber kochen birgt das Risiko von Mangelerscheinungen. Das gelte auch fürs „Barfen“ (rohes Fleisch mit Obst und Gemüse), das immer mehr Anhänger findet. Da braucht es Expertenwissen – damit es dem Tier nicht nur schmeckt, sondern auch guttut.

Petra Suchanek
Mail: petra.suchanek@svh.at

1 Kommentar

  1. Markus Wollschläger Antworten

    Übergewichts-Terror
    Wir hatten einen Kater, kastriert, lebte in der Wohnung, konnte nachts in die Höfe hinaus.
    Er hatte 9 kg und wurde 18 Jahre alt. So what?

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