Der nächste Sündenfall der Grünen

Also sprach Astrid Rössler: In einer nächsten Landesregierung wäre sie gern für den Verkehr zuständig.

Abgesehen davon, dass dies vielen Salzburgerinnen und Salzburgern wie eine gefährliche Drohung vorkommen wird, weil Rösslers Tempolimit von 80 km/h auf der Stadtautobahn bis heute viele  maßlos ärgert, ist die Ansage politisch höchst ungeschickt. Denn es stellt sich sogleich die Frage, wo die Grünen in den vergangenen Jahren waren, als die Verkehrsprobleme eskalierten und der Stadtverkehr zur Dauer-Stauzone verkam? Richtig, sie waren nicht da, mischten sich kaum ein, machten keinen Druck, drängten sich kaum einmal mit guten Ideen in die erste Reihe. In der Stadt dankte der eigentlich für den Verkehr zuständige Johann Padutsch schon lange gedanklich und frustriert ab. Und im Land übten sich die Grünen in Koalitionsräson. Weil sie für den Verkehr in der Regierung nicht zuständig sind, hielten sie sich in den Debatten vornehm zurück.

Eine noble Haltung gegenüber Regierungskollegen, aber ein schwerer politischer Fehler. Aus heutiger Sicht genauso fatal für die Grünen wie ihre zu nachgiebige Haltung bei der  Stromautobahn. Indem sie jetzt künftige Ansprüche auf das Verkehrsressort erhebt, macht Rössler diesen Fehler nicht ungeschehen. Sie macht ihn nur noch sichtbarer – und damit gravierender.

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