Eine Ode an die Großeltern

Sie sind unsere Retter in der Not, unsere Felsen in der Brandung, unser einziges Ass im Ärmel: die Großeltern.

Wie gut, dass es sie gibt! Ich bin erfüllt von Mitgefühl, wenn andere Eltern mir erzählen, dass sie keine Oma und keinen Opa in der Nähe haben. Wie schaffen sie es ohne großelterliche Hilfe, alles zu organisieren? Viele Mütter und Väter sind ja, damit sie arbeiten gehen können, auf die Großeltern angewiesen. Oma und Opa, nach Möglichkeit schon pensioniert, passen auf die Enkel auf oder holen sie vom Kindergarten ab und ermöglichen der Familie dadurch das finanzielle Überleben.

Aber selbst wenn man die Großeltern nicht für die Betreuung braucht, so braucht man sie doch für alles andere: sobald die Kleinen krank sind und das Kartenhaus des geregelten Tagesablaufs einzustürzen droht, beispielsweise. Oder sobald man mit dem einen Kind wo hinmuss, wo das andere nicht mitkann. Oder sobald man zu einer Geburtstagsfeier eingeladen ist. Abends. Wie früher, als man noch keine Kinder hatte.

Karikatur: Thomas Selinger
www.seli.at

Mehr Dankbarkeit den Großeltern! Oma und Opa sind Superhelden. Sie hüten und kutschieren, sie babysitten und bringen zu Bett, sie erfüllen Wünsche, machen Hausübung, lesen vor, kochen Lieblingsspeisen und erlauben, was daheim verboten ist. Die Kinder profitieren auf vielfache Weise davon: weil sie verschiedene Bezugspersonen haben und lernen, dass jeder Mensch anders ist und Sachen anders angeht. Weil sie nicht so fixiert auf Mama und Papa sind (wenn wir die Großeltern besuchen, fragen meine Kinder immer: „Mama, wann fährst du endlich?“ So nett.). Weil sie viel erleben, Ausflüge machen dürfen, verwöhnt werden.

Die meisten Eltern sagen ja erstaunt: „Also, bei uns hat’s das damals alles nicht gegeben.“ Das ist auch okay so! Großeltern dürfen anders mit den Enkeln umgehen als mit den eigenen Kindern. Zum einen haben sie mehr Zeit und mehr Ruhe. Zum anderen haben sie keinen direkten Erziehungsauftrag mehr. Und außerdem haben sie vielleicht, wenn ich das so sagen darf, aus manchen Fehlern von damals gelernt.

Ich glaube ja, dass ich eine sehr coole Oma sein werde. Ich werde meinen Enkeln nur Blödsinn beibringen, mit ihnen Vollgas mit dem Schlitten fahren, ihnen gemischtes Eis mit viel Schlag spendieren und entspannt die Beine hochlegen, wenn sie wieder weg sind. Das wird herrlich! Dauert auch nur noch ungefähr zwanzig bis dreißig Jahre. Bis dahin lob ich mir die Großeltern meiner Kinder, die uns mit so viel tatkräftiger Unterstützung zur Seite stehen. Ihr seid unsere Helden.