Auch nachts im Einsatz für Hund und Katz

Weihnachten naht, man freut sich auf die Festtage. Doch dann wird das Haustier krank, der Tierarzt ist nicht da. 24-Stunden- Notdienste sind gefragt,weiß man in der Tierklinik Anif.

Gerade bei Katzen kann sich Weihnachten auf den Magen schlagen. Lametta wird von ihnen gern gefressen, auch Geschenksbänder oder der Weihnachtsstern. Die grün-rotblättrige Pflanze ist Gift für die Katze, Lametta und Bänder können im Magen großes Unheil anrichten, weiß Wolfgang Biebl, der die neue Tierklinik in Anif leitet.

Fünf Tierärzte stehen dort zur Verfügung – die Klinik ist für Notfälle rund um die Uhr erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. Dieses Service wird immer stärker genutzt. „Viele der Anrufe sind zwar keine Notfälle, wir versuchen aber jede Situation zu klären. Wenn jemand unbedingt kommen will, kann er kommen“, sagt Biebl. Die Bindung des Menschen zu seinem Haustier werde immer enger. Insofern „betreuen wir die Besitzer mit.“

Am häufigsten werden Magen- und Darm-Probleme bei Hund und Katze behandelt. Vergiftungen bei Hunden treten meist nicht durch Giftköder, sondern durch das Fressen von Aas, alten Wurstsemmeln oder Ähnlichem auf. Reptilien litten oft unter schlechter Haltung und Ernährung. Da kommen Schildkröten, Echsen, Bartagamen mit Zahnproblemen und Vitaminmangel.

„Kippfensterkatzen“ und durch Skier verletzte Hunde Jetzt im Winter häufen sich Hunde mit Beinverletzungen. Sie begleiten ihre Besitzer bei Skitouren und verletzen sich, weil sie in die Skier laufen. Das reicht von Schnittwunden bis zur durchtrennten Achillessehne. Im Frühjahr steigt die Zahl der „Fenstersturzkatzen“ und der „Kippfensterkatzen“, also jener Katzen, die im gekippten Fenster stecken bleiben. Das schnürt den Tieren den Darm ab.

Und manchmal wird es richtig wild. Biebl behandelte schon Hunde, die Rasierklingen, Steine, Schrauben, Nägel und Kugelschreiber verschluckten. „Da fragst du dich, wie die das überhaupt runterkriegen.“ Den Hund zum Erbrechen zu bringen, sei bei spitzen Gegenständen gefährlich. Auffällig sei der Anstieg der Allergien bei Katzen. Woran das liege, sei noch nicht ausreichend erforscht. Die Umwelt spiele wohl mit, auch der häufige Wechsel der Fertignahrung.

Von Schulmedizin bis zu TCM

Behandelt werden die Tiere in Anif mit klassischer Schulmedizin, aber auch mit Akupunktur und Homöopathie: „Wir wenden je nach Bedarf das an, wo wir gute Erfahrungen haben“, so Biebl.

Die Tierklinik behandelt auch Vögel. Zu ihnen hat Wolfgang Biebl eine besondere Beziehung, er arbeitete ein Jahr lang in einer Falkenklinik in Abu Dhabi. Dort sind Falken ein Statussymbol, ihr teuerster tierischer Patient war 66.000 Euro wert, erzählt Biebl.

Zu den schönsten Momenten zählen für ihn Geburten in der Klinik. „Wenn da sieben Welpen daherkommen, jeder schnauft, macht den ersten Schrei. Das ist ein schöner Moment.“

 

Hundebesitzer: Was tun während der Silvester-Knallerei?

  • Tiere mögen die Silvesterknallerei nicht, die Hunde mit ihrem feinen Gehör sind am schlimmsten betroffen. Es gibt Beruhigungsmittel für die Tiere. Tierarzt Wolfgang Biebl empfiehlt, sich rechtzeitig zu erkundigen, denn manche Mittel müsse man einige Tage zuvor verabreichen, damit sie zu Silvester wirken. Es gibt auch homöopathische und pflanzliche Mittel, für jene, die den sanften Weg bevorzugen. Wer unsicher ist, solle kurz anrufen.Die Tierfreunde Österreich raten weiters:
  • Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen: Wer seinen Hund oder seine Katze übertrieben bemuttert, sobald es einmal kracht, tut dem Tier nichts Gutes. Besser: Ruhe signalisieren, mit dem Tier Alltagsrituale wie bestimmte Gassirunden oder das Spielen mit bestimmtem Spielzeug ungestört zelebrieren.
  • Stilles Kämmerlein: Sobald die Knallerei losgeht, sollte man dem Tier die Möglichkeit zum Rückzug in ein stilles Kämmerlein mit Futter, Wasser, Schlafmöglichkeiten sowie im Falle der Katze einem Katzenklo bieten. Besonders dafür geeignet ist natürlich der Keller.
  • Wer vor der Knallerei Gassigehen will, der sollte (generell im Winter) wegen des Streusalzes die Pfoten pflegen: Vor dem Rausgehen Pfoten mit Melkfett, Vaseline oder Hirschtalg einreiben. Fellbüschel zwischen den Ballen kurz schneiden, Salzrückstände nachher abwaschen.

Von Petra Suchanek