Sie kochen für Salzburger in Not

Vom Bazar bis zu Didi Maier (im Bild) im Europark: Immer mehr Gastronomen unterstützen Initiativen wie die Flachgauer Tafel, die schon fast  1000 bedürftige Salzburger   mit  Essen und Trinken versorgt. Denn die  Not wächst im Land, wenn auch im Stillen.

Wenn Koch Stefan Donhauser Sellerie anschwitzt, mit Wein löscht und gegarte Maroni zugibt – ist die Maroni-Apfel-Suppe im Werden. Die sei „ein Wahnsinn“, wie Donhauser schmunzelnd meint, und obendrauf eine „Suppe mit Sinn“. Einen Euro pro verkaufter Portion liefert der Maxglaner Drei-Hasen-Wirt Harti Dolleschall an die Flachgauer Tafel. Warum er bei dem Projekt mitmacht, bringt er in drei Worten auf den Punkt: „Das macht Sinn.“ Seine Gäste würden gerne geben, sagt der Wirt. Sie wüssten, dass das Geld zu 100 Prozent dort ankommt, wo es hin soll: zur Flachgauer Tafel, deren 150 Freiwillige falsch etikettierte oder zu viel produzierte Lebensmittel an bedürftige Menschen ausgeben –  um einen  Euro.

Schon 30 Wirte machen mit

Solchen Einsatz beweisen schon 30 Gastwirte und Hoteliers in  Salzburg und im Flachgau. Und stetig werden es mehr. Das freut  Flachgauer Tafel-Urgestein Ernst Fingerl. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Freiwilligen angehört würden, Wirte bekämen  ständig Spendenanfragen. Umso schöner, dass die Flachgauer Tafel für die „Suppe mit Sinn“ heuer prominente Betriebe dazu gewonnen hat: Darunter das Café Bazar und den „Steinlechner“ in Salzburg, die Kellnerei in Michaelbeuern oder das im Europark gelegene „The Bakery“ von Didi Maier.

Didi Maier: Den Blick auf andere bewahren

Maier findet das Projekt wichtig: „Auch bei uns ist Armut ein Thema, nicht nur am anderen Ende der Welt“, sagt er dem SF. Den Blick auf andere solle man auch nach Weihnachten nicht verlieren. Österreich nennt der Koch  ein „Suppenland“ und rät, die verschiedenen „Suppen mit Sinn“ zu testen. Auf www.flachgauertafel.at ist die Liste der teilnehmenden 30 Gaststätten.

Die Not wächst im Stillen

Gutes tun werde wichtiger,  die Not wachse im Stillen, meint Ernst Fingerl: „Zu unseren drei Ausgabestellen Eugendorf, Mattsee und Faistenau kommen neben Mindestpensionisten und Asylberechtigten vor allem alleinerziehende Frauen, die sich und ihre Kinder nicht über die Runden bringen können.“ Projektleiterin Sandra Wendlinger: „Die Scham ist groß. In Not sind viel mehr Menschen als die 700, die wir mit Essen versorgen.“

Wärmestube: Adventkalender umgekehrt

Das zeigt sich auch in der Wärmestube Salzburg. Schon 250 Menschen essen dort jedes Wochenende eine kostenlose warme Mahlzeit. „Gerade ist der große Ofen kaputtgegangen“, schildert Wärmestube-Vereinsobmann Johannes Orsini-Rosenberg. Helfen kann man mit Geldspenden und jetzt im Advent mit einem etwas anderen Adventkalender: Dabei füllt man bis 23. Dezember eine Schachtel jeden Tag mit einer Kleinigkeit wie einer Packung Nudeln, Reis, Seife usw.   und gibt  sie  in der Wärmestube ab.

Infos und Spendenkonten:
Salzburger Wärmestube, IBAN  AT76 2040 4000 4092 1728, Tel.:  0664-1030000 www.waermestube.at
Flachgauer Tafel, IBAN AT90 3501 5000 0101 9348, www.flachgauertafel.at

 

Von Sabine Tschalyj

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