Ist mir wurscht! Darf der Wähler alles?

Es ist an der Zeit, dass sich auch das Wahlvolk einmal kritisch hinterfragt.

Die Stadt Salzburg ist prachtvoll und lebenswert. Aber sie ist auch die Hauptstadt der Staus. Die Landeshauptstadt der höchsten Wohnungspreise.  Und nun auch die Stadt der Nichtwähler. Wenn’s richtig schlimm wird, könnte bei der Bürgermeister-Stichwahl am  Sonntag die Beteiligung in Richtung  ÖH-Wahlen sinken. Traditionell gehen bei der Wahl der Studentenvertretungen   nur rund ein Drittel  wählen.
Aber selbst wenn doch noch  40 bis 50 Prozent zur Wahl gehen,  stellt sich  eine unangenehme Frage: Ist es legitim, dauernd über die Politiker pauschal herzuziehen und über sie zu schimpfen, nach direkter Demokratie zu rufen und gleichzeitig die Teilhabe zu verweigern? Nach dem Motto: Ist mir wurscht! Interessiert mich nicht! Sind eh alles Versager.

Nun rufen wir hier nicht  zur Wiedereinführung der Wahlpflicht auf und räumen auch ein, dass die aktuelle Bürgermeisterwahl nach Heinz Schadens vorzeitigem Rücktritt  vom Zeitpunkt her unglücklich ist, weil in 15 Monaten ja schon wieder gewählt wird.  Nur ist eine Demokratie halt keine Wohlfühloase, in der man ausschließlich umsorgt und verwöhnt wird. Demokratie braucht Teilhabe, Engagement,  auch wenn es mal ungemütlich ist. Sie braucht Reibung, Auseinandersetzung, Debatte. Was aber unmöglich wird,  wenn sich immer mehr verweigern.

Die Schweiz zeigt vor, dass eine Demokratie auch dann gut funktioniert, wenn bei manchen Abstimmungen viele Menschen zu Hause bleiben. Das tröstet, macht die Verweigerungswelle in der Stadt aber nicht besser.  Vielleicht sollte das  Wahlvolk nicht immer nur die Politiker, sondern auch sich selbst einmal kritisch hinterfragen.

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